Rechnungswesen & Controlling
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Die umsatzsteuerliche Behandlung von Montagelieferungen in der Europäischen Union bei der Knapp AG
(2020)
Im internationalen Wettbewerb stehen Unternehmen vor immer größeren Herausforderungen, wenn es um die Erfüllung der steuerlichen Pflichten und die Kontrolle der steuerlichen Risiken geht. Dem Begriff Tax Compliance kommt daher immer größere Bedeutung zu. Der Kooperationspartner dieser Masterarbeit ist die Knapp AG. Der weltweit tätige Konzern bietet effiziente Technologien für Lagerlogistiksysteme an, um im Versand- und Onlinehandel möglichst geringe Lieferzeiten zu ermöglichen. Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Unternehmens müssen täglich komplexe Geschäftsfälle abgewickelt werden. Die Klärung von umsatzsteuerlichen Fragestellungen spielt eine zentrale Rolle, da die Umsatzsteuer aufgrund des hohen Steuersatzes mit enormen Risiken behaftet ist. Aus umsatzsteuerlicher Sicht zählen die Anlagen der Knapp AG zu Montagelieferungen, da Gegenstände geliefert und im Anschluss montiert und installiert werden. Innerhalb der Europäischen Union gibt es keine vereinheitlichte Regelung für Montagelieferungen. Aufgrund der Wahlmöglichkeiten der einzelnen Mitgliedstaaten muss bei der Beurteilung von umsatzsteuerlichen Fragen das nationale Recht herangezogen werden. Da eine ausreichende Dokumentation der umsatzsteuerlichen Behandlung von Montagelieferungen im Unternehmen fehlt, stellt sich die Frage, wie die Montagelieferungen in ausgewählten Ländern der Europäischen Union umsatzsteuerlich zu behandeln sind und wie diese Informationen an andere Abteilungen bzw. andere Unternehmen innerhalb der Knapp-Gruppe zur Verfügung gestellt werden können. Durch die Anwendung der Methodik der Literaturrecherche wurde ein Excel-Informationstool erarbeitet, das von den Bereichen Beschaffung und Vertrieb zur Erstabklärung von umsatz-steuerlichen Themen verwendet werden soll. Das Tool ermöglicht eine kompakte Darstellung der Informationen zu den einzelnen Ländern und zeigt auf, worauf bei den einzelnen Geschäftsfällen zu achten ist. Dadurch werden Abteilungen erreicht, die mit ihren Entscheidungen teilweise erhebliche, jedoch unbewusste umsatzsteuerliche Auswirkungen auslösen. Die frühe Einbeziehung von umsatzsteuerlichen Aspekten erleichtert eine kostenwahre Kalkulation der Angebote und minimiert steuerliche Risiken. Obwohl ein Tool nie die gesamte Komplexität der Umsatzsteuer abbilden kann, schafft es ein Bewusstsein für die Probleme in diesem Bereich und trägt dazu bei, dass Fehlentscheidungen vermieden werden. Der Kontakt zum VAT Department wird erleichtert, wodurch noch immer die Kommunikation von Mensch zu Mensch im Vordergrund steht.
Optimierung der Angebotskalkulation durch die Einführung einer Kostenrechnung für die Gruber GmbH
(2025)
Die Gruber GmbH steht als regional tätiger Malerbetrieb vor der Herausforderung, eine wirtschaftlich fundierte und gleichzeitig praxisnahe Angebotskalkulation durchzuführen. Die bisherige Preisermittlung beruhte auf Erfahrungswerten der Geschäftsführung, wodurch individuelle Baustellenbedingungen und unterschiedliche Anforderungen der Kundengruppen nur durch subjektive Tarifanpassungen berücksichtigt wurden. Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer Kalkulationsgrundlage, mit der individuelle Angebote baustellenspezifisch erstellt werden können. Zur Umsetzung wird zunächst die bestehende Angebotslegung mithilfe eines leitfadengestützten Interviews analysiert. Anschließend wurde ein Zeiterfassungsprotokoll erstellt und bei der Gruber GmbH angewendet, um die Arbeitszeiten der Mitarbeiter*innen nach Arbeitsschritt, Baustellenspezifikation, Kundengruppe und Mitarbeitergruppe zu erfassen. Ergänzend wurden auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche die theoretischen Rahmenbedingungen der Kostenrechnung erarbeitet. Das Ergebnis dieser Masterarbeit ist ein Excel-Tool für die Angebotskalkulation. Es wurde eine Kostenrechnung zu Voll- und Teilkosten für die Gruber GmbH erstellt. Die erfassten Arbeitszeiten aus dem Zeiterfassungsprotokoll wurden systematisch in das Tool eingetragen. Darauf aufbauend wurde die Angebotskalkulation erstellt. Die spezifischen Baustellenanforderungen sind durch Auswahloptionen in der Kalkulation auswählbar. Die Ermittlung der benötigten Arbeitszeit erfolgt anhand der Zeiterfassungsdaten, worauf die Kalkulation zu Voll- und Teilkosten aufbaut. Ergänzt wird das Tool durch eine Nachkalkulation, die den Vergleich zwischen geplanten und tatsächlichen Kosten erlaubt. Bei vier realen Baustellen der Gruber GmbH wurden je ein Angebot nach der bisherigen Methode der Geschäftsführung und eines mithilfe des Excel-Tools erstellt und verglichen. Es wurden die Nachkalkulationen mit den Angeboten lt. Excel-Tool gegenübergestellt. Sie weisen eine Abweichung der Kosten iHv -0,31 % und der Arbeitszeit von -1,14 % auf. Somit erlaubt das Tool eine verlässliche Kalkulation von Angeboten. Das entwickelte Excel-Tool unterstützt die Geschäftsführung künftig bei der verursachungsgerechteren Angebotslegung und liefert Informationen zur kurzfristigen Preisuntergrenze. Für eine weitere Verbesserung der Kalkulationsgenauigkeit ist die kontinuierliche Erfassung und Ergänzung zusätzlicher Zeiterfassungsdaten empfehlenswert. In Zukunft wäre eine Erweiterung des Tools durch automatisierte Schnittstellen zum Buchungssystem oder einer Plan-Kostenrechnung möglich.
Eine effektive Unternehmenssteuerung setzt eine fundierte Planung, Überwachung und Analyse von Kennzahlen sowie eine entscheidungsrelevante Berichterstattung voraus. Die Tischlerei Edmund Strohmaier GmbH verfügt aktuell über kein Planungstool, wodurch eine effiziente Ressourcenverteilung und faktenbasierte Entscheidungsfindung erschwert werden. Darüber hinaus erfolgt weder eine kontinuierliche Analyse von Kennzahlen noch eine strukturierte Berichterstattung. Zielsetzung dieser Masterarbeit ist die Entwicklung von Controlling-Tools, bestehend aus einer integrierten Planungsrechnung, einem Kennzahlen-Cockpit und einem Management Report, um datenbasierte Entscheidungsprozesse zu unterstützen und eine Überwachung der Unternehmensperformance zu ermöglichen. Die Masterarbeit befasst sich mit der Identifikation der Anforderungen des Kooperationsunternehmens, der Konzeption einer integrierten Planungsrechnung, der Auswahl und Bewertung von Kennzahlen für das Kennzahlen-Cockpit, der Ableitung von Maßnahmen zur Verbesserung dieser Kennzahlen, der Analyse geeigneter Kennzahlensysteme sowie der Gestaltung eines Management Reports. Im Rahmen der Anforderungserhebung wurde festgestellt, dass Benutzerfreundlichkeit und Verständlichkeit für das Kooperationsunternehmen von großer Bedeutung sind. Ein weiteres Ergebnis stellt eine integrierte Planungsrechnung mit 11 operativen Teilplänen, einem Leistungsbudget, einem Finanzplan, einer Planbilanz und einem Soll-Ist-Vergleich dar. Diese wurde an die Anforderungen einer auftragsfertigenden Tischlerei angepasst. Die Auswahl der 14 Kennzahlen erfolgte anhand einer Literaturrecherche und zwei Nutzwertanalysen. Ergänzend wurden Optimierungsmaßnahmen zur Verbesserung der Kennzahlen aus der Fachliteratur abgeleitet. Die Analyse bestehender Kennzahlensysteme ergab, dass das ROI-Kennzahlensystem aufgrund seiner Anwendbarkeit und Datenverfügbarkeit einen Mehrwert für das Unternehmen darstellt. Der Management Report kombiniert tabellarische und grafische Darstellungen mit einem Ampelsystem, um eine schnelle Interpretation der Abweichungen zu ermöglichen. Die Relevanz dieser Arbeit liegt in der praxisnahen Entwicklung von Controlling-Tools für ein kleines Unternehmen, das trotz begrenzter Ressourcen effiziente Steuerungssysteme benötigt. Die Arbeit zeigt des Weiteren auf, wie durch den Einsatz einer integrierten Planungsrechnung, einer systematischen Kennzahlenanalyse und einer strukturierten Berichterstattung potenzielle Fehlentwicklungen und Risiken frühzeitig erkannt und die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens gesichert werden können.
Die voestalpine Turnout Technology Zeltweg GmbH agiert als Teil der voestalpine Railway Systems GmbH auf internationalen Märkten und bietet ein umfassendes Leistungsspektrum im Bereich des Schienenverkehrs. Zur Bewältigung wirtschaftlicher Volatilitäten und zur Sicherstellung der langfristigen Profitabilität setzt das Unternehmen in mehrjährigen Rahmenverträgen auf standardisierte, indexbasierte Preisgleitformeln. Das zentrale Problem besteht in der Unsicherheit darüber, welche der verfügbaren Preisgleitformeln im Kontext langfristiger Rahmenverträge die höchste wirtschaftliche Rentabilität gewährleistet. Ihre häufig starre Umsetzung verhindert eine flexible Anpassung an dynamische Veränderungen. Die Herausforderung besteht in der Vielzahl externer Einflussgrößen. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie unternehmensspezifische Standardformeln durch simulationsgestützte Modelle optimiert und bewertet werden können. Zur Bearbeitung wurden Literaturrecherche, Korrelationsanalyse, Sensitivitätsanalyse, Interviews und datenbasierte Auswertungen herangezogen. Diese Methoden bilden die Grundlage für ein Excel-basiertes Simulationsmodell, das die Preisdynamik auf Basis realer Indizes und deren Gewichtungen analysiert. Die Korrelationsanalyse identifiziert stark wirkende Indizes mit stabilen Zusammenhängen, etwa zwischen Kokskohle und Schrott. Die Sensitivitätsanalyse bewertet den Einfluss einzelner Indizes auf die Zielgröße und stellt fest, dass vor allem Energie- und Lohnkosten starke Preistreiber sind. Eine Fallstudie belegt, dass kundenseitige Formeln mit irrelevanter Indexkopplung – beispielsweise einem Gaspreisanteil trotz fehlender Relevanz – die Preisentwicklung verzerren und damit Risiken verursachen. Das entwickelte Excel-Simulationsmodell erlaubt es, verschiedene Formelkombinationen dynamisch zu testen, deren Wirkung auf Preisänderungen zu analysieren und auftragsbezogene Szenarien abzubilden. Ergänzend wurde ein standardisiertes, englischsprachiges Template für den konzernweiten Einsatz entwickelt, das die Modelllogik übertragbar macht und internationale Anwendungen erleichtert. Die Untersuchung zeigt, dass die Optimierung von Preisgleitformeln einen signifikanten Beitrag zur Reduktion der Preiskostenschere leisten kann. Durch die datenbasierte Ableitung geeigneter Formeln lässt sich die Preisanpassung objektiver gestalten und das Risiko finanzwirtschaftlicher Fehlsteuerung reduzieren. Die Kombination aus analytischer Bewertung, Modellintegration und simulierbarer Szenarien ermöglicht eine evidenzbasierte Entscheidung über die Eignung bestimmter Preisformeln im Vertragskontext. Zur Weiterentwicklung sind qualitative Vertragsparameter und branchenspezifische Besonderheiten stärker in die Bewertung einzubeziehen, um Preisgleitformeln rechnerisch und strategisch zu optimieren. Langfristig sollte ein konzernweites, datenbankgestütztes Preisgleitmodell mit Excel-Frontend etabliert werden, das zentral gepflegt, dezentral anpassbar und durch Audits sowie Echtkostendaten validiert wird.
Die XAL (Xenon Architectural Lighting) ist für seine hochwertigen Leuchten und Lichtsysteme weltweit bekannt und beschäftigt an eigenen Forschungs-, Produktions- und Vertriebsstätten rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 30 internationalen Standorten. Sämtliche für das Controlling typische Tätigkeiten werden von der in der XAL Holding angesiedelten Controllingabteilung für alle Tochterunternehmen durchgeführt. Für die XAL HD und deren 100 % Tochter, der XAL GmbH Österreich, wird das jährliche Budget, die quartalsweisen Forecasts und die monatlichen Plan-Ist-Vergleiche auf Ebene der Kostenstellen erstellt. Während das Budget sehr detailliert ist und sämtliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung geplanten werden, ist man monatlich mit einem komprimierten, weniger detaillierten Bericht konfrontiert. Die Problemstellung dieser Arbeit ist es daher, den Um- und Aufbau eines monatlichen Kostenstellenberichts zum Plan-Ist-Vergleich in Anlehnung an das Schema der Gewinn- und Verlustrechnung für das Kooperationsunternehmen zu behandeln. Um die Zielsetzung der Arbeit zu erreichen, wird der bestehende Excel-Bericht zum einen verbessert und zum anderen erweitert. Hierfür wird die Ist-Situation beim Kooperationspartner durch ein Interview erhoben. Daraus geht auch hervor, wie der neue Bericht sein soll. Die Umsätze, die Erträge und die angefallenen Aufwendungen sind in einem an die Gewinn- und Verlustrechnung angelehnten Schema abzubilden. Zudem soll ein Plan-Ist-Vergleich möglich sein. Ebenso soll der Bericht Analysefiles, welche Detailinformationen zu den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Ist-Werten liefert, beinhalten. Zudem beschäftigt man sich in der Arbeit damit, wie die erbrachten innerbetrieblichen Leistungen in Bezug auf die Prototypenfertigung im Kostenstellenbericht berücksichtigt werden sollen. Darüber hinaus werden mittels Scoring Methode Kennzahlen für den Kostenstellenbericht ermittelt. Dabei wird zwischen Kennzahlen für sämtliche Kostenstellen und für umsatzgenerierende Kostenstellen unterschieden. Bei der Darstellung der Kennzahlen orientierte man sich an Gestaltungsdimensionen, die in der Literatur erläutert werden. Abschließend wird der Prozess der monatlichen Kostenstellenberichte visuell dargestellt und die einzelnen Schritte verschriftlicht. Durch die umfassende Aufbereitung der Kostenstellenberichte wird damit gerechnet, dass bei den Kostenstellenverantwortlichen ein Kostenbewusstsein geschaffen wird, welches in weiterer Folge dazu führt, dass sie sich eindringlich mit den auf den Kostenstellen gebuchten und geplanten Umsätzen, Erträgen und Aufwendungen auseinandersetzen. Außerdem profitiert das Kooperationsunternehmen im weiteren Schritt davon, da mit genaueren Buchungen auf Kostenstellenebene gerechnet werden kann, was die Durchführung von weiteren typischen Controlling Aufgaben enorm erleichtert.
Mit einer Änderung der Umsatzsteuerrichtlinien 2000 wurde die bisherige Vorgehensweise bei der Trennung zwischen hoheitlichen, steuerlich unbeachtlichen Sachverhalten und privatwirtschaftlichen und damit steuerlich relevanten Tätigkeiten maßgeblich geändert. Dies führte bei österreichischen Universitäten zu erheblichen Änderungen in der bisherigen Ansichtsweise in Bezug auf die Besteuerung. Umsätze mussten auf mehrere Jahre zurück überprüft und gegebenenfalls nacherklärt werden. Da es sich bei Universitäten durch ihre Vielfalt an Tätigkeiten schwierig darstellt, diverse Umsätze auf ihre Steuerpflicht hin zu unterscheiden, besteht in diesem Bereich erheblicher Beratungsbedarf von Steuerberatungskanzleien. Ziel dieser Arbeit ist es daher, für die Rabel & Partner GmbH einen Leitfaden zu konzeptionieren, mit dessen Hilfe der Beratungsaufwand bei der umsatzsteuerlichen Beratung von Universitäten reduziert werden kann. Durch diesen Leitfaden soll eine einheitliche Basis für die Vorgehensweise bei der Beratung geschaffen werden. Zu Beginn der Arbeit wird die Besteuerungssystematik von Universitäten als Körperschaften öffentlichen Rechts erläutert und auf die Erweiterung des Unternehmensbereiches von Körperschaften öffentlichen Rechts durch die Änderung der Umsatzsteuerrichtlinien eingegangen. Im nächsten Schritt werden auf Basis einer Analyse diverser österreichischer Universitäten, die häufigsten universitären Tätigkeiten aufgezeigt und ihre steuerliche Behandlung erläutert. Neben den klassischen Aufgaben von Universitäten wie Lehre und Forschung werden im Rahmen dieses Kapitels Tätigkeiten wie etwa das Betreiben von Copy Shops, die Organisation von Veranstaltungen oder die Vermietung von Parkplätzen an Mitarbeiter behandelt. Nach der Beurteilung der steuerlichen Behandlung der verschiedensten universitären Tätigkeiten, wird auf die konkreten Beratungsinhalte sowie den Leitfaden für die umsatzsteuerliche Beratung von Universitäten eingegangen. Ein Fokus liegt hier auf der Vorgehensweise bei der Beratung, der abgabenrechtlichen Vorgehensweise und der bilanziellen Behandlung von etwaigen Nacherklärungen. Auf Basis dieses Kapitels wurde der Beratungsleitfaden konzeptioniert. Die Arbeit schließt mit einem Resümee und Ausblick auf die zukünftige Verwendung des Leitfadens für die umsatzsteuerliche Beratung von Universitäten.
Agiles Projektmanagement
(2020)
Der Kooperationspartner dieser Masterarbeit ist die Leder & Schuh AG mit Sitz in Graz. Das nicht börsennotierte Familienunternehmen ist im Bereich des Einzelhandels mit Schuhen, Taschen, modischen Accessoires und Serviceartikeln eines der größten Unternehmen in Europa. Derzeit betreibt das Unternehmen mehr als 200 Filialen und einen Online-Shop in vier Ländern. Zum Unternehmen gehörten die Vertriebsschienen Humanic und Shoe4you. Bis dato wurden im Kooperationsunternehmen die auftretenden Probleme klassischer Projektmanagementmethoden nicht systematisch erfasst. Zudem liegt keine Kenntnis darüber vor, welche agilen Methoden innerhalb der Abteilung auftretende Herausforderungen reduzieren können. Die Arbeit diskutiert daher, mit welchen agilen Methoden aktuelle Herausforderungen des Projektmanagements der Abteilung Merchandise Management reduziert bzw. eliminiert werden können. Es soll ermittelt werden, welche Methoden sich bei welchen Projekten eignen, um schneller auf sich veränderte Umweltbedingungen reagieren zu können. Übergeordnetes Ziel ist es, Wettbewerbsvorteile zu generieren und somit auf dem stark umkämpften Markt zu bestehen. In weiterer Folge wurden die agilen Projektmanagementmethoden, die sich nach Ansicht der Interviewpartner für Projekte in der Abteilung eignen, ermittelt. Die Methoden Scrum, Design Thinking und Kanban wurden mit einer Kurzbeschreibung vorgestellt. Es wurde festgestellt, dass zwei der drei vorgestellten Methoden für Projekte in der Abteilung geeignet sind. Als Eignungsbereiche wurden speziell Themen, die eine gute Kommunikation und regelmäßige Abstimmungen erfordern genannt. Eine Methode ist nicht für Projekte in der Abteilung passend. Hier fehlte den teilnehmenden Personen die Messbarkeit der Methode, wurde aber in anderen Abteilungen des Unternehmens gesehen. Die agilen Projektmanagementmethoden beinhalten Praktiken, Philosophien und Vorgehensweisen. Konkrete Methode oder Instrumente werden nachranging behandelt. Für mehr Agilität im Projektmanagement können daher auch nur einzelne Punkte eingeführt werden, ohne die Projektteams mit komplett neuen Herangehensweisen zu konfrontieren.
Das Kooperationsunternehmen Magna Powertrain mit Sitz in Lannach bei Graz ist mit immer komplexeren Beschaffungsvorgängen konfrontiert. Eine Sonderform in der automobilen Beschaffungspolitik sind Directed Buy Vereinbarungen, womit ein Automobilhersteller versucht, seinen Einflussbereich auf die gesamte Lieferkette auszuweiten. Magna Powertrain ist als direktes Zulieferunternehmen angewiesen, einen vom Kunden vorgeschriebenen Unterlieferanten für die Beschaffung eines bestimmten Bauteils heranzuziehen und in der Angebotslegung zu berücksichtigen. Ziel der Masterarbeit ist es, Zukaufmaterialen, die aus speziellen Directed Buy Vereinbarungen stammen, in die Angebotskalkulation des Kooperationspartners zu integrieren, damit die für Magna Powertrain entstandenen Kosten für Directed Buy Parts abgedeckt werden können. Damit eine Vorgehensweise für den Ausweis von Directed Buy Parts in Angebotskalkulationen erarbeitet werden kann, ist im ersten Schritt eine Analyse der Literatur erforderlich. Ein theoretischer Schwerpunkt der Masterarbeit ist der Vergleich von den unterschiedlichen Formen der Sublieferantensteuerung. Im zweiten Abschnitt des Theorieteils werden die Kostenrechnungsverfahren des Kooperationspartners erläutert und eine mögliche Anwendung der Prozesskostenrechnung analysiert. Nach der Literaturrecherche wurden acht leitfadengestützte Interviews geführt, um die derzeitige Situation in Bezug auf den Einsatz von Directed Buy Parts darzustellen und Anforderungen an einen neuen Bewertungsvorgang zu erheben. Die Interviewergebnisse haben hervorgebracht, dass sich Directed Buy Parts hinsichtlich ihres Wertes und den für Magna Powertrain verursachten Aufwand unterscheiden. Aufbauend auf dieser Erkenntnis wurde eine Vier-Felder-Matrix gebildet. Für jede Kategorie wurde eine Vorgehensweise erarbeitet, wie Directed Buy Parts in Angebotskalkulationen miteinberechnet werden können. Quantitative Beispielfälle haben gezeigt, dass für Directed Buy Parts, deren Aufwand als hoch eingestuft wird, große Auswirkungen auf den Verkaufspreis festgestellt werden konnten. Eine höhere Beaufschlagung für aufwendige Directed Buy Parts wurde gewählt, damit der Kooperationspartner seine entstandenen Kosten weiterverrechnen kann. Es gilt jedoch zu beachten, dass die höheren Aufschläge für Directed Buy Parts die Gewinnspanne verändern können, wenn ein vorab vereinbarter Verkaufspreis nicht überschritten werden darf.
Das Working Capital Management dient der Verbesserung der Liquiditätslage, der Effizienzsteigerung der operativen Prozesse und der Optimierung der Kapitalstruktur, indem eine Freisetzung des gebundenen Kapitals angestrebt wird. Das Anwenden eines ganzheitlichen Working Capital-Ansatzes ist für die Brauerei Hirt Holding GmbH als Kooperationsunternehmen vorrangig zur Sicherstellung der saisonal schwankenden Liquidität von Bedeutung. Weitere Notwendigkeit wird durch das Unternehmenswachstum und dem folglich steigenden Liquiditätsbedarf aufgezeigt. Die Arbeit untersucht, wie ein Steuerungstool mittels Microsoft Excel für das Unternehmen konzipiert werden muss, damit eine Überwachung und Steuerung des Working Capitals erfolgen kann. Ferner werden für Steuerungszwecke Handlungsempfehlungen entlang des Cash Conversion Cycle abgeleitet. Für die Ausarbeitung wurde die Ist-Situation zum Werttreibermanagement mithilfe qualitativer Methoden erhoben und mittels Literaturrecherche auf Optimierungspotenziale analysiert. Zudem wurden Daten aus der Buchhaltungssoftware für diverse Kennzahlenberechnungen und die Aufbereitung des Tools herangezogen. Die Ist-Analyse zeigte auf, dass die Lieferforderungen und -verbindlichkeiten im Vergleich zu den Vorräten und folglich das Working Capital sowie der Cash Conversion Cycle starken saisonalen Schwankungen unterliegen. Beim Werttreibermanagement konnte festgestellt werden, dass Standardmaßnahmen wie eine Reichweitenanalyse der Vorräte, ein Festlegen von Lieferstopps und Kreditlimits oder eine automatisierte Bestellabwicklung fehlen. Demzufolge konnten für die Vorräte und Debitoren jeweils dreizehn und für die Kreditoren zehn Handlungsempfehlungen ab-geleitet und zwischen Quick Wins, mittel- und langfristigen Maßnahmen differenziert werden. Das Steuerungstool ermöglicht durch eine manuelle Eingabe und hinterlegte Automatismen eine Simulation und Beurteilung der Working Capital-Kennzahlen anhand eines Ampelsystems. Weiters können ein Jahresvergleich, eine Darstellung von Trendanalysen und eine Detailanalyse er-folgen. Auf Basis der Ergebnisse der Arbeit muss im weiteren Verlauf erarbeitet werden, welche Handlungsempfehlungen gemäß deren Aufwand-Nutzen-Relation im Unternehmen umgesetzt werden sollen. Deren Auswirkungen und zusätzliche Steuerungsmaßnahmen können zukünftig milhilfe des Tools eruiert werden. Abschließend ist für eine Umsetzung anzumerken, dass Rahmenbedingungen wie Prozesskenntnis und Know-how der Mitarbeiter zu schaffen sind.
Der Kooperationspartner der Arbeit ist das Entsorgungsunternehmen Saubermacher Dienstleistungs AG. Derzeit besteht dort das Defizit einer fehlenden Auskunft über des Working Capital. Es gibt derzeit keine kennzahlenbasierte Darstellung über die Entwicklung des Working Capitals. Somit wird im Rahmen der Arbeit eine kennzahlenbasierte Analyse durch ein Excel-Tool erstellt, das fortlaufend genutzt werden kann. Darüber hinaus werden Vergleichswerte durch eine nationale und internationale Mitbewerberanalyse in der Abfallbranche erhoben. Die Arbeit beschreibt zu Beginn wie das Verwertungsparadoxon die Abfallwirtschaft beeinflusst und somit abfallwirtschaftliche Bezeichnungen nicht mit buchhalterischen Bezeichnungen von Kunden und Lieferanten übereinstimmen. Nach einer ausführlichen Charakterisierung der Komponenten des Working Capitals und den dazugehörigen Kennzahlen, wird der Aufbau des Working Capital Management Tools beschreiben. Die resultierenden Ergebnisse des Wirtschaftsjahres 2019 werden im Rahmen der Arbeit auf Konzern-, und Segmentsebene sowie auf Ebene der Einzelgesellschaften des Segmente Österreich analysiert. Das Ergebnis zeigt, dass der Konzern im Schnitt 7,8 Tage gebundene Liquidität aufweist. Darüber hinaus weist das Segment Deutschland mit einer Geldumschlagsdauer von 86 Tagen das schlechteste Working Capital aus. Grund sind hohe Lagerstände von Batterien und lange Zahlungsbedingungen von neuen Kunden. Die Analyse der Mitbewerber befasst sich auf nationaler Ebene mit den Entsorgungsunternehmen Brantner und der FCC Austria. Der Vergleich mit den beiden Mitbewerber auf Basis der Kennzahl Net Working Capital/Umsatz-Ratio zeigt, dass sich das Net Working Capital der Leitgesellschaft Saubermacher Dienstleistung AG im Durchschnitt befindet. Auf internationaler Ebene werden die weltweit Top-6-Entsorgungsunternehmen (Biffa, Cleanaway, FCC, Suez, Veolia und Waste Management) im Vergleich zum Konzern Saubermacher Dienstleistungs AG untersucht. Nachdem Saubermacher auf ein möglich niedriges Working Capital abzielt, befindet sich der Konzern mit einem Net Working Capital/Umsatz-Ratio von durchschnittlich 8,5 % im Vergleich zu den angeführten Mitbewerbern an zweitbester Stelle.
