Rechnungswesen & Controlling
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Die umsatzsteuerliche Behandlung von Montagelieferungen in der Europäischen Union bei der Knapp AG
(2020)
Im internationalen Wettbewerb stehen Unternehmen vor immer größeren Herausforderungen, wenn es um die Erfüllung der steuerlichen Pflichten und die Kontrolle der steuerlichen Risiken geht. Dem Begriff Tax Compliance kommt daher immer größere Bedeutung zu. Der Kooperationspartner dieser Masterarbeit ist die Knapp AG. Der weltweit tätige Konzern bietet effiziente Technologien für Lagerlogistiksysteme an, um im Versand- und Onlinehandel möglichst geringe Lieferzeiten zu ermöglichen. Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Unternehmens müssen täglich komplexe Geschäftsfälle abgewickelt werden. Die Klärung von umsatzsteuerlichen Fragestellungen spielt eine zentrale Rolle, da die Umsatzsteuer aufgrund des hohen Steuersatzes mit enormen Risiken behaftet ist. Aus umsatzsteuerlicher Sicht zählen die Anlagen der Knapp AG zu Montagelieferungen, da Gegenstände geliefert und im Anschluss montiert und installiert werden. Innerhalb der Europäischen Union gibt es keine vereinheitlichte Regelung für Montagelieferungen. Aufgrund der Wahlmöglichkeiten der einzelnen Mitgliedstaaten muss bei der Beurteilung von umsatzsteuerlichen Fragen das nationale Recht herangezogen werden. Da eine ausreichende Dokumentation der umsatzsteuerlichen Behandlung von Montagelieferungen im Unternehmen fehlt, stellt sich die Frage, wie die Montagelieferungen in ausgewählten Ländern der Europäischen Union umsatzsteuerlich zu behandeln sind und wie diese Informationen an andere Abteilungen bzw. andere Unternehmen innerhalb der Knapp-Gruppe zur Verfügung gestellt werden können. Durch die Anwendung der Methodik der Literaturrecherche wurde ein Excel-Informationstool erarbeitet, das von den Bereichen Beschaffung und Vertrieb zur Erstabklärung von umsatz-steuerlichen Themen verwendet werden soll. Das Tool ermöglicht eine kompakte Darstellung der Informationen zu den einzelnen Ländern und zeigt auf, worauf bei den einzelnen Geschäftsfällen zu achten ist. Dadurch werden Abteilungen erreicht, die mit ihren Entscheidungen teilweise erhebliche, jedoch unbewusste umsatzsteuerliche Auswirkungen auslösen. Die frühe Einbeziehung von umsatzsteuerlichen Aspekten erleichtert eine kostenwahre Kalkulation der Angebote und minimiert steuerliche Risiken. Obwohl ein Tool nie die gesamte Komplexität der Umsatzsteuer abbilden kann, schafft es ein Bewusstsein für die Probleme in diesem Bereich und trägt dazu bei, dass Fehlentscheidungen vermieden werden. Der Kontakt zum VAT Department wird erleichtert, wodurch noch immer die Kommunikation von Mensch zu Mensch im Vordergrund steht.
Optimierung der Angebotskalkulation durch die Einführung einer Kostenrechnung für die Gruber GmbH
(2025)
Die Gruber GmbH steht als regional tätiger Malerbetrieb vor der Herausforderung, eine wirtschaftlich fundierte und gleichzeitig praxisnahe Angebotskalkulation durchzuführen. Die bisherige Preisermittlung beruhte auf Erfahrungswerten der Geschäftsführung, wodurch individuelle Baustellenbedingungen und unterschiedliche Anforderungen der Kundengruppen nur durch subjektive Tarifanpassungen berücksichtigt wurden. Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer Kalkulationsgrundlage, mit der individuelle Angebote baustellenspezifisch erstellt werden können. Zur Umsetzung wird zunächst die bestehende Angebotslegung mithilfe eines leitfadengestützten Interviews analysiert. Anschließend wurde ein Zeiterfassungsprotokoll erstellt und bei der Gruber GmbH angewendet, um die Arbeitszeiten der Mitarbeiter*innen nach Arbeitsschritt, Baustellenspezifikation, Kundengruppe und Mitarbeitergruppe zu erfassen. Ergänzend wurden auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche die theoretischen Rahmenbedingungen der Kostenrechnung erarbeitet. Das Ergebnis dieser Masterarbeit ist ein Excel-Tool für die Angebotskalkulation. Es wurde eine Kostenrechnung zu Voll- und Teilkosten für die Gruber GmbH erstellt. Die erfassten Arbeitszeiten aus dem Zeiterfassungsprotokoll wurden systematisch in das Tool eingetragen. Darauf aufbauend wurde die Angebotskalkulation erstellt. Die spezifischen Baustellenanforderungen sind durch Auswahloptionen in der Kalkulation auswählbar. Die Ermittlung der benötigten Arbeitszeit erfolgt anhand der Zeiterfassungsdaten, worauf die Kalkulation zu Voll- und Teilkosten aufbaut. Ergänzt wird das Tool durch eine Nachkalkulation, die den Vergleich zwischen geplanten und tatsächlichen Kosten erlaubt. Bei vier realen Baustellen der Gruber GmbH wurden je ein Angebot nach der bisherigen Methode der Geschäftsführung und eines mithilfe des Excel-Tools erstellt und verglichen. Es wurden die Nachkalkulationen mit den Angeboten lt. Excel-Tool gegenübergestellt. Sie weisen eine Abweichung der Kosten iHv -0,31 % und der Arbeitszeit von -1,14 % auf. Somit erlaubt das Tool eine verlässliche Kalkulation von Angeboten. Das entwickelte Excel-Tool unterstützt die Geschäftsführung künftig bei der verursachungsgerechteren Angebotslegung und liefert Informationen zur kurzfristigen Preisuntergrenze. Für eine weitere Verbesserung der Kalkulationsgenauigkeit ist die kontinuierliche Erfassung und Ergänzung zusätzlicher Zeiterfassungsdaten empfehlenswert. In Zukunft wäre eine Erweiterung des Tools durch automatisierte Schnittstellen zum Buchungssystem oder einer Plan-Kostenrechnung möglich.
Eine effektive Unternehmenssteuerung setzt eine fundierte Planung, Überwachung und Analyse von Kennzahlen sowie eine entscheidungsrelevante Berichterstattung voraus. Die Tischlerei Edmund Strohmaier GmbH verfügt aktuell über kein Planungstool, wodurch eine effiziente Ressourcenverteilung und faktenbasierte Entscheidungsfindung erschwert werden. Darüber hinaus erfolgt weder eine kontinuierliche Analyse von Kennzahlen noch eine strukturierte Berichterstattung. Zielsetzung dieser Masterarbeit ist die Entwicklung von Controlling-Tools, bestehend aus einer integrierten Planungsrechnung, einem Kennzahlen-Cockpit und einem Management Report, um datenbasierte Entscheidungsprozesse zu unterstützen und eine Überwachung der Unternehmensperformance zu ermöglichen. Die Masterarbeit befasst sich mit der Identifikation der Anforderungen des Kooperationsunternehmens, der Konzeption einer integrierten Planungsrechnung, der Auswahl und Bewertung von Kennzahlen für das Kennzahlen-Cockpit, der Ableitung von Maßnahmen zur Verbesserung dieser Kennzahlen, der Analyse geeigneter Kennzahlensysteme sowie der Gestaltung eines Management Reports. Im Rahmen der Anforderungserhebung wurde festgestellt, dass Benutzerfreundlichkeit und Verständlichkeit für das Kooperationsunternehmen von großer Bedeutung sind. Ein weiteres Ergebnis stellt eine integrierte Planungsrechnung mit 11 operativen Teilplänen, einem Leistungsbudget, einem Finanzplan, einer Planbilanz und einem Soll-Ist-Vergleich dar. Diese wurde an die Anforderungen einer auftragsfertigenden Tischlerei angepasst. Die Auswahl der 14 Kennzahlen erfolgte anhand einer Literaturrecherche und zwei Nutzwertanalysen. Ergänzend wurden Optimierungsmaßnahmen zur Verbesserung der Kennzahlen aus der Fachliteratur abgeleitet. Die Analyse bestehender Kennzahlensysteme ergab, dass das ROI-Kennzahlensystem aufgrund seiner Anwendbarkeit und Datenverfügbarkeit einen Mehrwert für das Unternehmen darstellt. Der Management Report kombiniert tabellarische und grafische Darstellungen mit einem Ampelsystem, um eine schnelle Interpretation der Abweichungen zu ermöglichen. Die Relevanz dieser Arbeit liegt in der praxisnahen Entwicklung von Controlling-Tools für ein kleines Unternehmen, das trotz begrenzter Ressourcen effiziente Steuerungssysteme benötigt. Die Arbeit zeigt des Weiteren auf, wie durch den Einsatz einer integrierten Planungsrechnung, einer systematischen Kennzahlenanalyse und einer strukturierten Berichterstattung potenzielle Fehlentwicklungen und Risiken frühzeitig erkannt und die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens gesichert werden können.
Die voestalpine Turnout Technology Zeltweg GmbH agiert als Teil der voestalpine Railway Systems GmbH auf internationalen Märkten und bietet ein umfassendes Leistungsspektrum im Bereich des Schienenverkehrs. Zur Bewältigung wirtschaftlicher Volatilitäten und zur Sicherstellung der langfristigen Profitabilität setzt das Unternehmen in mehrjährigen Rahmenverträgen auf standardisierte, indexbasierte Preisgleitformeln. Das zentrale Problem besteht in der Unsicherheit darüber, welche der verfügbaren Preisgleitformeln im Kontext langfristiger Rahmenverträge die höchste wirtschaftliche Rentabilität gewährleistet. Ihre häufig starre Umsetzung verhindert eine flexible Anpassung an dynamische Veränderungen. Die Herausforderung besteht in der Vielzahl externer Einflussgrößen. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie unternehmensspezifische Standardformeln durch simulationsgestützte Modelle optimiert und bewertet werden können. Zur Bearbeitung wurden Literaturrecherche, Korrelationsanalyse, Sensitivitätsanalyse, Interviews und datenbasierte Auswertungen herangezogen. Diese Methoden bilden die Grundlage für ein Excel-basiertes Simulationsmodell, das die Preisdynamik auf Basis realer Indizes und deren Gewichtungen analysiert. Die Korrelationsanalyse identifiziert stark wirkende Indizes mit stabilen Zusammenhängen, etwa zwischen Kokskohle und Schrott. Die Sensitivitätsanalyse bewertet den Einfluss einzelner Indizes auf die Zielgröße und stellt fest, dass vor allem Energie- und Lohnkosten starke Preistreiber sind. Eine Fallstudie belegt, dass kundenseitige Formeln mit irrelevanter Indexkopplung – beispielsweise einem Gaspreisanteil trotz fehlender Relevanz – die Preisentwicklung verzerren und damit Risiken verursachen. Das entwickelte Excel-Simulationsmodell erlaubt es, verschiedene Formelkombinationen dynamisch zu testen, deren Wirkung auf Preisänderungen zu analysieren und auftragsbezogene Szenarien abzubilden. Ergänzend wurde ein standardisiertes, englischsprachiges Template für den konzernweiten Einsatz entwickelt, das die Modelllogik übertragbar macht und internationale Anwendungen erleichtert. Die Untersuchung zeigt, dass die Optimierung von Preisgleitformeln einen signifikanten Beitrag zur Reduktion der Preiskostenschere leisten kann. Durch die datenbasierte Ableitung geeigneter Formeln lässt sich die Preisanpassung objektiver gestalten und das Risiko finanzwirtschaftlicher Fehlsteuerung reduzieren. Die Kombination aus analytischer Bewertung, Modellintegration und simulierbarer Szenarien ermöglicht eine evidenzbasierte Entscheidung über die Eignung bestimmter Preisformeln im Vertragskontext. Zur Weiterentwicklung sind qualitative Vertragsparameter und branchenspezifische Besonderheiten stärker in die Bewertung einzubeziehen, um Preisgleitformeln rechnerisch und strategisch zu optimieren. Langfristig sollte ein konzernweites, datenbankgestütztes Preisgleitmodell mit Excel-Frontend etabliert werden, das zentral gepflegt, dezentral anpassbar und durch Audits sowie Echtkostendaten validiert wird.
Die XAL (Xenon Architectural Lighting) ist für seine hochwertigen Leuchten und Lichtsysteme weltweit bekannt und beschäftigt an eigenen Forschungs-, Produktions- und Vertriebsstätten rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 30 internationalen Standorten. Sämtliche für das Controlling typische Tätigkeiten werden von der in der XAL Holding angesiedelten Controllingabteilung für alle Tochterunternehmen durchgeführt. Für die XAL HD und deren 100 % Tochter, der XAL GmbH Österreich, wird das jährliche Budget, die quartalsweisen Forecasts und die monatlichen Plan-Ist-Vergleiche auf Ebene der Kostenstellen erstellt. Während das Budget sehr detailliert ist und sämtliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung geplanten werden, ist man monatlich mit einem komprimierten, weniger detaillierten Bericht konfrontiert. Die Problemstellung dieser Arbeit ist es daher, den Um- und Aufbau eines monatlichen Kostenstellenberichts zum Plan-Ist-Vergleich in Anlehnung an das Schema der Gewinn- und Verlustrechnung für das Kooperationsunternehmen zu behandeln. Um die Zielsetzung der Arbeit zu erreichen, wird der bestehende Excel-Bericht zum einen verbessert und zum anderen erweitert. Hierfür wird die Ist-Situation beim Kooperationspartner durch ein Interview erhoben. Daraus geht auch hervor, wie der neue Bericht sein soll. Die Umsätze, die Erträge und die angefallenen Aufwendungen sind in einem an die Gewinn- und Verlustrechnung angelehnten Schema abzubilden. Zudem soll ein Plan-Ist-Vergleich möglich sein. Ebenso soll der Bericht Analysefiles, welche Detailinformationen zu den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Ist-Werten liefert, beinhalten. Zudem beschäftigt man sich in der Arbeit damit, wie die erbrachten innerbetrieblichen Leistungen in Bezug auf die Prototypenfertigung im Kostenstellenbericht berücksichtigt werden sollen. Darüber hinaus werden mittels Scoring Methode Kennzahlen für den Kostenstellenbericht ermittelt. Dabei wird zwischen Kennzahlen für sämtliche Kostenstellen und für umsatzgenerierende Kostenstellen unterschieden. Bei der Darstellung der Kennzahlen orientierte man sich an Gestaltungsdimensionen, die in der Literatur erläutert werden. Abschließend wird der Prozess der monatlichen Kostenstellenberichte visuell dargestellt und die einzelnen Schritte verschriftlicht. Durch die umfassende Aufbereitung der Kostenstellenberichte wird damit gerechnet, dass bei den Kostenstellenverantwortlichen ein Kostenbewusstsein geschaffen wird, welches in weiterer Folge dazu führt, dass sie sich eindringlich mit den auf den Kostenstellen gebuchten und geplanten Umsätzen, Erträgen und Aufwendungen auseinandersetzen. Außerdem profitiert das Kooperationsunternehmen im weiteren Schritt davon, da mit genaueren Buchungen auf Kostenstellenebene gerechnet werden kann, was die Durchführung von weiteren typischen Controlling Aufgaben enorm erleichtert.
Mit einer Änderung der Umsatzsteuerrichtlinien 2000 wurde die bisherige Vorgehensweise bei der Trennung zwischen hoheitlichen, steuerlich unbeachtlichen Sachverhalten und privatwirtschaftlichen und damit steuerlich relevanten Tätigkeiten maßgeblich geändert. Dies führte bei österreichischen Universitäten zu erheblichen Änderungen in der bisherigen Ansichtsweise in Bezug auf die Besteuerung. Umsätze mussten auf mehrere Jahre zurück überprüft und gegebenenfalls nacherklärt werden. Da es sich bei Universitäten durch ihre Vielfalt an Tätigkeiten schwierig darstellt, diverse Umsätze auf ihre Steuerpflicht hin zu unterscheiden, besteht in diesem Bereich erheblicher Beratungsbedarf von Steuerberatungskanzleien. Ziel dieser Arbeit ist es daher, für die Rabel & Partner GmbH einen Leitfaden zu konzeptionieren, mit dessen Hilfe der Beratungsaufwand bei der umsatzsteuerlichen Beratung von Universitäten reduziert werden kann. Durch diesen Leitfaden soll eine einheitliche Basis für die Vorgehensweise bei der Beratung geschaffen werden. Zu Beginn der Arbeit wird die Besteuerungssystematik von Universitäten als Körperschaften öffentlichen Rechts erläutert und auf die Erweiterung des Unternehmensbereiches von Körperschaften öffentlichen Rechts durch die Änderung der Umsatzsteuerrichtlinien eingegangen. Im nächsten Schritt werden auf Basis einer Analyse diverser österreichischer Universitäten, die häufigsten universitären Tätigkeiten aufgezeigt und ihre steuerliche Behandlung erläutert. Neben den klassischen Aufgaben von Universitäten wie Lehre und Forschung werden im Rahmen dieses Kapitels Tätigkeiten wie etwa das Betreiben von Copy Shops, die Organisation von Veranstaltungen oder die Vermietung von Parkplätzen an Mitarbeiter behandelt. Nach der Beurteilung der steuerlichen Behandlung der verschiedensten universitären Tätigkeiten, wird auf die konkreten Beratungsinhalte sowie den Leitfaden für die umsatzsteuerliche Beratung von Universitäten eingegangen. Ein Fokus liegt hier auf der Vorgehensweise bei der Beratung, der abgabenrechtlichen Vorgehensweise und der bilanziellen Behandlung von etwaigen Nacherklärungen. Auf Basis dieses Kapitels wurde der Beratungsleitfaden konzeptioniert. Die Arbeit schließt mit einem Resümee und Ausblick auf die zukünftige Verwendung des Leitfadens für die umsatzsteuerliche Beratung von Universitäten.
Agiles Projektmanagement
(2020)
Der Kooperationspartner dieser Masterarbeit ist die Leder & Schuh AG mit Sitz in Graz. Das nicht börsennotierte Familienunternehmen ist im Bereich des Einzelhandels mit Schuhen, Taschen, modischen Accessoires und Serviceartikeln eines der größten Unternehmen in Europa. Derzeit betreibt das Unternehmen mehr als 200 Filialen und einen Online-Shop in vier Ländern. Zum Unternehmen gehörten die Vertriebsschienen Humanic und Shoe4you. Bis dato wurden im Kooperationsunternehmen die auftretenden Probleme klassischer Projektmanagementmethoden nicht systematisch erfasst. Zudem liegt keine Kenntnis darüber vor, welche agilen Methoden innerhalb der Abteilung auftretende Herausforderungen reduzieren können. Die Arbeit diskutiert daher, mit welchen agilen Methoden aktuelle Herausforderungen des Projektmanagements der Abteilung Merchandise Management reduziert bzw. eliminiert werden können. Es soll ermittelt werden, welche Methoden sich bei welchen Projekten eignen, um schneller auf sich veränderte Umweltbedingungen reagieren zu können. Übergeordnetes Ziel ist es, Wettbewerbsvorteile zu generieren und somit auf dem stark umkämpften Markt zu bestehen. In weiterer Folge wurden die agilen Projektmanagementmethoden, die sich nach Ansicht der Interviewpartner für Projekte in der Abteilung eignen, ermittelt. Die Methoden Scrum, Design Thinking und Kanban wurden mit einer Kurzbeschreibung vorgestellt. Es wurde festgestellt, dass zwei der drei vorgestellten Methoden für Projekte in der Abteilung geeignet sind. Als Eignungsbereiche wurden speziell Themen, die eine gute Kommunikation und regelmäßige Abstimmungen erfordern genannt. Eine Methode ist nicht für Projekte in der Abteilung passend. Hier fehlte den teilnehmenden Personen die Messbarkeit der Methode, wurde aber in anderen Abteilungen des Unternehmens gesehen. Die agilen Projektmanagementmethoden beinhalten Praktiken, Philosophien und Vorgehensweisen. Konkrete Methode oder Instrumente werden nachranging behandelt. Für mehr Agilität im Projektmanagement können daher auch nur einzelne Punkte eingeführt werden, ohne die Projektteams mit komplett neuen Herangehensweisen zu konfrontieren.
Das Kooperationsunternehmen Magna Powertrain mit Sitz in Lannach bei Graz ist mit immer komplexeren Beschaffungsvorgängen konfrontiert. Eine Sonderform in der automobilen Beschaffungspolitik sind Directed Buy Vereinbarungen, womit ein Automobilhersteller versucht, seinen Einflussbereich auf die gesamte Lieferkette auszuweiten. Magna Powertrain ist als direktes Zulieferunternehmen angewiesen, einen vom Kunden vorgeschriebenen Unterlieferanten für die Beschaffung eines bestimmten Bauteils heranzuziehen und in der Angebotslegung zu berücksichtigen. Ziel der Masterarbeit ist es, Zukaufmaterialen, die aus speziellen Directed Buy Vereinbarungen stammen, in die Angebotskalkulation des Kooperationspartners zu integrieren, damit die für Magna Powertrain entstandenen Kosten für Directed Buy Parts abgedeckt werden können. Damit eine Vorgehensweise für den Ausweis von Directed Buy Parts in Angebotskalkulationen erarbeitet werden kann, ist im ersten Schritt eine Analyse der Literatur erforderlich. Ein theoretischer Schwerpunkt der Masterarbeit ist der Vergleich von den unterschiedlichen Formen der Sublieferantensteuerung. Im zweiten Abschnitt des Theorieteils werden die Kostenrechnungsverfahren des Kooperationspartners erläutert und eine mögliche Anwendung der Prozesskostenrechnung analysiert. Nach der Literaturrecherche wurden acht leitfadengestützte Interviews geführt, um die derzeitige Situation in Bezug auf den Einsatz von Directed Buy Parts darzustellen und Anforderungen an einen neuen Bewertungsvorgang zu erheben. Die Interviewergebnisse haben hervorgebracht, dass sich Directed Buy Parts hinsichtlich ihres Wertes und den für Magna Powertrain verursachten Aufwand unterscheiden. Aufbauend auf dieser Erkenntnis wurde eine Vier-Felder-Matrix gebildet. Für jede Kategorie wurde eine Vorgehensweise erarbeitet, wie Directed Buy Parts in Angebotskalkulationen miteinberechnet werden können. Quantitative Beispielfälle haben gezeigt, dass für Directed Buy Parts, deren Aufwand als hoch eingestuft wird, große Auswirkungen auf den Verkaufspreis festgestellt werden konnten. Eine höhere Beaufschlagung für aufwendige Directed Buy Parts wurde gewählt, damit der Kooperationspartner seine entstandenen Kosten weiterverrechnen kann. Es gilt jedoch zu beachten, dass die höheren Aufschläge für Directed Buy Parts die Gewinnspanne verändern können, wenn ein vorab vereinbarter Verkaufspreis nicht überschritten werden darf.
Das Working Capital Management dient der Verbesserung der Liquiditätslage, der Effizienzsteigerung der operativen Prozesse und der Optimierung der Kapitalstruktur, indem eine Freisetzung des gebundenen Kapitals angestrebt wird. Das Anwenden eines ganzheitlichen Working Capital-Ansatzes ist für die Brauerei Hirt Holding GmbH als Kooperationsunternehmen vorrangig zur Sicherstellung der saisonal schwankenden Liquidität von Bedeutung. Weitere Notwendigkeit wird durch das Unternehmenswachstum und dem folglich steigenden Liquiditätsbedarf aufgezeigt. Die Arbeit untersucht, wie ein Steuerungstool mittels Microsoft Excel für das Unternehmen konzipiert werden muss, damit eine Überwachung und Steuerung des Working Capitals erfolgen kann. Ferner werden für Steuerungszwecke Handlungsempfehlungen entlang des Cash Conversion Cycle abgeleitet. Für die Ausarbeitung wurde die Ist-Situation zum Werttreibermanagement mithilfe qualitativer Methoden erhoben und mittels Literaturrecherche auf Optimierungspotenziale analysiert. Zudem wurden Daten aus der Buchhaltungssoftware für diverse Kennzahlenberechnungen und die Aufbereitung des Tools herangezogen. Die Ist-Analyse zeigte auf, dass die Lieferforderungen und -verbindlichkeiten im Vergleich zu den Vorräten und folglich das Working Capital sowie der Cash Conversion Cycle starken saisonalen Schwankungen unterliegen. Beim Werttreibermanagement konnte festgestellt werden, dass Standardmaßnahmen wie eine Reichweitenanalyse der Vorräte, ein Festlegen von Lieferstopps und Kreditlimits oder eine automatisierte Bestellabwicklung fehlen. Demzufolge konnten für die Vorräte und Debitoren jeweils dreizehn und für die Kreditoren zehn Handlungsempfehlungen ab-geleitet und zwischen Quick Wins, mittel- und langfristigen Maßnahmen differenziert werden. Das Steuerungstool ermöglicht durch eine manuelle Eingabe und hinterlegte Automatismen eine Simulation und Beurteilung der Working Capital-Kennzahlen anhand eines Ampelsystems. Weiters können ein Jahresvergleich, eine Darstellung von Trendanalysen und eine Detailanalyse er-folgen. Auf Basis der Ergebnisse der Arbeit muss im weiteren Verlauf erarbeitet werden, welche Handlungsempfehlungen gemäß deren Aufwand-Nutzen-Relation im Unternehmen umgesetzt werden sollen. Deren Auswirkungen und zusätzliche Steuerungsmaßnahmen können zukünftig milhilfe des Tools eruiert werden. Abschließend ist für eine Umsetzung anzumerken, dass Rahmenbedingungen wie Prozesskenntnis und Know-how der Mitarbeiter zu schaffen sind.
Der Kooperationspartner der Arbeit ist das Entsorgungsunternehmen Saubermacher Dienstleistungs AG. Derzeit besteht dort das Defizit einer fehlenden Auskunft über des Working Capital. Es gibt derzeit keine kennzahlenbasierte Darstellung über die Entwicklung des Working Capitals. Somit wird im Rahmen der Arbeit eine kennzahlenbasierte Analyse durch ein Excel-Tool erstellt, das fortlaufend genutzt werden kann. Darüber hinaus werden Vergleichswerte durch eine nationale und internationale Mitbewerberanalyse in der Abfallbranche erhoben. Die Arbeit beschreibt zu Beginn wie das Verwertungsparadoxon die Abfallwirtschaft beeinflusst und somit abfallwirtschaftliche Bezeichnungen nicht mit buchhalterischen Bezeichnungen von Kunden und Lieferanten übereinstimmen. Nach einer ausführlichen Charakterisierung der Komponenten des Working Capitals und den dazugehörigen Kennzahlen, wird der Aufbau des Working Capital Management Tools beschreiben. Die resultierenden Ergebnisse des Wirtschaftsjahres 2019 werden im Rahmen der Arbeit auf Konzern-, und Segmentsebene sowie auf Ebene der Einzelgesellschaften des Segmente Österreich analysiert. Das Ergebnis zeigt, dass der Konzern im Schnitt 7,8 Tage gebundene Liquidität aufweist. Darüber hinaus weist das Segment Deutschland mit einer Geldumschlagsdauer von 86 Tagen das schlechteste Working Capital aus. Grund sind hohe Lagerstände von Batterien und lange Zahlungsbedingungen von neuen Kunden. Die Analyse der Mitbewerber befasst sich auf nationaler Ebene mit den Entsorgungsunternehmen Brantner und der FCC Austria. Der Vergleich mit den beiden Mitbewerber auf Basis der Kennzahl Net Working Capital/Umsatz-Ratio zeigt, dass sich das Net Working Capital der Leitgesellschaft Saubermacher Dienstleistung AG im Durchschnitt befindet. Auf internationaler Ebene werden die weltweit Top-6-Entsorgungsunternehmen (Biffa, Cleanaway, FCC, Suez, Veolia und Waste Management) im Vergleich zum Konzern Saubermacher Dienstleistungs AG untersucht. Nachdem Saubermacher auf ein möglich niedriges Working Capital abzielt, befindet sich der Konzern mit einem Net Working Capital/Umsatz-Ratio von durchschnittlich 8,5 % im Vergleich zu den angeführten Mitbewerbern an zweitbester Stelle.
Die Unternehmensbewertung stellt insbesondere im M&A-Bereich hohe Anforderungen an fachliche Präzision, Nachvollziehbarkeit und methodische Konsistenz. In der Praxis zeigen sich jedoch immer wieder Herausforderungen durch manuelle Prozesse, inkonsistente Berichtsformate und eine eingeschränkte Methodenanwendung, insbesondere bei der Umsetzung des Fachgutachtens KFS/BW 1. Vor diesem Hintergrund verfolgt die vorliegende Masterarbeit das Ziel, ein automatisiertes, standardisiertes Bewertungstool zu entwickeln, das sowohl die Berechnung des Unternehmenswertes als auch die strukturierte Berichterstellung digital unterstützt. Im Fokus der Arbeit steht die Entwicklung eines Excel-basierten Tools zur automatisierten Durchführung der Discounted-Cashflow-Verfahren APV, WACC und FTE sowie eines Word-Tools zur standardisierten Berichterstellung. Die methodische Grundlage bildet das Fachgutachten KFS/BW 1. Zur Definition funktionaler Anforderungen wurden zehn reale Gutachten analysiert. Das Tool wurde anschließend an einem elften, unabhängig ausgewählten Fallbeispiel getestet, um die Praxistauglichkeit objektiv zu evaluieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die gleichzeitige Anwendung mehrerer DCF-Methoden eine erhöhte Plausibilität in der Unternehmensbewertung ermöglicht. Die automatisierte Aufbereitung der Daten sowie die konsistente Berichtsstruktur reduzieren Fehlerquellen und sparen signifikant Zeit. Der Vergleich mit dem ursprünglichen, manuell erstellten Gutachten verdeutlicht die Vorteile der automatisierten Lösung hinsichtlich Transparenz, Effizienz und methodischer Tiefe. Die Arbeit leistet damit einen konkreten Beitrag zur Digitalisierung der Unternehmensbewertung. Im Ausblick werden weitere Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt, darunter die Integration zusätzlicher Bewertungsverfahren, der Ausbau in Richtung Webanwendungen oder die Anbindung an externe Datenquellen zur weiteren Automatisierung. Das entwickelte Tool bildet somit eine belastbare Grundlage für zukünftige Innovationen im Bereich der betriebswirtschaftlichen Bewertungsprozesse.
Ein Unternehmen, das nicht präzise bewertet wird, kann auch nicht zukunftsorientiert gesteuert werden. Seit dem Einstieg des neuen Gesellschafters gewann dies auch für die Unternehmensführung der Promenade GmbH enorm an Bedeutung. Die Herausforderung des Kooperationspartners besteht darin, dass das Unternehmen bislang nicht als wirtschaftliche Einheit betrachtet wird. Ohne eine nachvollziehbare Informationsgrundlage können weder realistische Einblicke in das Unternehmen gewonnen noch beurteilt werden, ob zusätzlicher Wert geschaffen wurde. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, ein Bewertungstool zu konzipieren, das eine einfache und benutzerfreundliche Anwendung gewährleistet und eine nachvollziehbare Grundlage schafft. Damit soll die laufende Ermittlung eines objektivierten Unternehmenswertes ermöglicht werden, um eine nachhaltige Wertsteigerung im Sinne der wertorientierten Unternehmensführung zu fördern. Zur Konzeptionierung des Bewertungstools ist eine Kombination aus qualitativen und quantitativen wissenschaftlichen Methoden notwendig. Neben einer umfassenden Literaturrecherche erfolgen Einzelgespräche mit den Gesellschafter*innen sowie ein Interview zur Einschätzung der zukünftigen Entwicklung. Aufbauend auf den theoretischen und praktischen Anforderungen wird das Bewertungsinstrument mithilfe von Microsoft Excel erstellt. Zu Beginn dieser Arbeit wird eine Branchenstrukturanalyse zur strategischen Einordnung durchgeführt. Anschließend werden die historischen Daten in der Vergangenheitsanalyse bereinigt und strukturiert aufbereitet, um realistische Prognosen aufbauend auf der bisherigen Entwicklung abzuleiten. Die Planungsphasen umfassen eine dreijährige Detailplanung sowie eine anschließende Rentenphase. Die Bewertung erfolgt auf Basis des Flow to Equity-Verfahrens und beinhaltet die Investitions- und Fremdkapitalplanung, die Planung der Gewinn- und Verlustrechnung sowie den indirekten Finanzplan. Der Eigenkapitalzinssatz wird auf Basis des CAPM periodenspezifisch ermittelt und der Unternehmenswert mithilfe der rekursiven Vorgehensweise bestimmt und nachvollziehbar dargestellt. Durch integrierte Excel-Funktionalitäten steht der Unternehmensführung ein benutzerfreundliches Bewertungstool zur Verfügung, mit dem laufend ein plausibler und objektivierter Unternehmenswert ermittelt werden kann. Die getroffenen Annahmen sind dennoch regelmäßig auf ihre Plausibilität zu prüfen. Abgerundet wird das Tool durch die Ermittlung des Shareholder Value Added, um die periodische Wertschaffung aufzuzeigen und das Unternehmen zukunftsorientiert zu steuern. Ausblickend kann das Bewertungstool auch als Grundlage dienen, um in Verbindung mit leistungsbezogenen Vergütungen über wertorientierte Anreize eine nachhaltige Wertsteigerung gezielt zu fördern.
Die Baubranche ist geprägt von hoher Dynamik und einer Vielzahl potenzieller Risiken. Die Unternehmen sehen sich dabei in allen Phasen des Bauprozesses mit Unsicherheiten und Herausforderung konfrontiert. Um in einem dynamischen und wettbewerbsintensiven Umfeld bestehen zu können, ist daher eine fundierte Einschätzung und aktive Steuerung von Risiken im Bauprojektlebenszyklus unerlässlich. Daher ist es auch für die Bau-Plan Jöbstl-Bauträger GmbH entscheidend eine geeignetes Risikomanagement einzuführen, um eine fundierter Entscheidungsgrundlage zu haben. Insbesondere stellt für den Kooperationspartner der begrenzte Ressourceneinsatz eine zusätzliche Herausforderung dar. Aufgrund der geringen Mitarbeiterzahl wird derzeit kein eigenständiges Risikomanagement auf Projektebene umgesetzt. Ein zentrales Problem dabei ist, dass Risikobewertungen aktuell subjektiv erfolgen und somit nicht einheitlich nachvollziehbar sind. Vor diesem Hintergrund ergibt sich die zentrale Fragestellung der Arbeit: Wie kann man einen leicht umsetzbaren Risikomanagementprozess entwickeln und ein Konzept gestalten, um praktisch handhabbare sowie standardisierte Beurteilungen gewährleisten zu können. Zur Beantwortung der zentralen Fragestellungen wurde im theoretischen Teil eine Literaturrecherche als primäre Forschungsmethode herangezogen. Für die Entwicklung des Risikomanagementprozesses sowie des begleitenden MS Excel-Tools kamen sowohl theoretische als auch praxisorientierte Ansätze zum Einsatz. Zum besseren Verständnis wurde im ersten Schritt eine Ist-Analyse beim Kooperationspartner durchgeführt. Aufbauend auf der Literaturrecherche wurde zur Integration der Perspektive des Kooperationspartners auf qualitative Methoden zurückgegriffen, darunter Experteninterviews, ein Brainstorming-Workshop sowie die Methode des Lauten Denkens. Das Ergebnis der Arbeit ist ein implementierter Risikomanagementprozess, der in Form eines anwenderfreundlichen MS Excel-Tools abgebildet wurde. Dieses Tool ermöglicht es dem Kooperationspartner, sämtliche Prozessschritte strukturiert und nachvollziehbar direkt innerhalb der Vorlage auszufüllen. Die Schritte der Risikoidentifikation, -bewertung sowie des -reportings können dadurch übersichtlich und einheitlich in einem zentralen Instrument durchgeführt werden. Ergänzend erhält der Kooperationspartner eine Ursachen-Wirkungs-Analyse zu den identifizierten Risiken. Diese soll zur Sensibilisierung beitragen und das Verständnis für potenzielle Risikoursachen, -auswirkungen und -zusammenhänge stärken.
Die Kraftwerk Living Technologies GmbH, ein international tätiges Unternehmen im Bereich audiovisueller Systemintegration, steht aufgrund der steigenden Projektkomplexität und zunehmender vor der Herausforderung, Projektrisiken frühzeitig und systematisch zu identifizieren, analysieren und bewerten. Bislang existiert kein standardisierter Prozess zur Risikoeinschätzung vor der Auftragsannahme. Entscheidungen über die Annahme von Projektaufträgen beruhen in der Regel auf subjektiven Einschätzungen der Geschäftsführung. Dies führt dazu, dass projektspezifische Risiken erst im Verlauf der Umsetzung erkannt werden und reaktiv, anstatt proaktiv, behandelt werden können. Ziel ist es, einen ressourcenschonenden Risikomanagementprozess vor Auftragsannahme zu entwickeln. Auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche sowie qualitativer Interviews mit unternehmensinternen Schlüsselpersonen wurde zunächst eine fundierte Ist-Analyse durchgeführt. Aufbauend darauf fanden praxisorientierte Workshops zur Risikoidentifikation, -analyse und -bewertung statt, aus denen ein Risikokatalog hervorging, der potenzielle Projektrisiken entlang der einzelnen Projektphasen bei der Kraftwerk Living Technologies GmbH systematisch abbildet. Durch den Einsatz eines Scoring-Modells, das auf den quantifizierten Risikoparametern Erfahrungswert, durchschnittliche Auswirkung, realistisches Worst-Case-Szenario und Bewertbarkeit vor Auftragsannahme basiert, konnten jene Projektrisiken identifiziert werden, die als besonders relevant einzustufen sind. Diese sollen künftig im Rahmen eines projektbezogenen Risikomanagements bereits vor der Auftragsannahme gezielt analysiert und bewertet werden. Für die Risikoanalyse und -bewertung jener Projektrisiken im Rahmen des Risikomanagementprozesses vor der Auftragsannahme wurde ein semi-quantitatives Bewertungsverfahren entwickelt, das die Parameter Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung systematisch miteinander verknüpft. Durch die übersichtliche Visualisierung in Form einer Risikomatrix sowie ein farblich codiertes Punktesystem wird eine schnelle, nachvollziehbare und fundierte Entscheidungsgrundlage geschaffen, anhand derer beurteilt werden kann, ob ein Projektangebot angenommen oder abgelehnt werden sollte. Der zukünftige Erfolg des entwickelten Risikomanagementprozesses hängt maßgeblich von der Etablierung einer risikobewussten Unternehmenskultur, der aktiven Einbindung relevanter Mitarbeitender sowie der regelmäßigen Aktualisierung des Risikokatalogs ab – Aspekte, die über den Umfang der vorliegenden Masterarbeit hinausgehen und im Rahmen künftiger Umsetzungsschritte zu berücksichtigen sind. Ebenso stellt die systematische Dokumentation und nachträgliche Reflexion der Risikobewertungen im Sinne eines strukturierten Lessons Learned-Prozesses eine zentrale Voraussetzung dar, um die Objektivität und Datenbasis für künftige Risikoeinschätzungen kontinuierlich zu verbessern.
Optimierung des internen Projektcontrolling-Prozesses eines Unternehmens im Bauprojektmanagement
(2025)
Controlling ist ein zentrales Element der Unternehmenssteuerung und in unterschiedlichen Ausprägungen in Verwendung. Für die Kooperationspartnerin, ein Klein- und Mittelunternehmen, das projektbezogene Dienstleistungen für Bauprojekte erbringt, ist das Projektcontrolling von hoher Relevanz. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen und die Anforderungen an das interne Projektcontrolling haben sich dadurch verändert. Ziel dieser Arbeit ist die Modellierung eines optimierten Projektcontrolling-Prozesses, der die Anforderungen eines Multiprojektmanagements erfüllt und nicht nur auf Einzelprojektebene projektinterne und übergeordnete Steuerungsmaßnahmen während der Projektlaufzeit ermöglicht. Eine Prozessidentifikation und die vorhandenen Projektcontrolling-Dateien dienen als Grundlage für die Ist-Analyse und das Erkennen von Defiziten. Mit geeigneten Methoden der Verbesserung und den erhobenen Anforderungen und zukünftigen Herausforderungen wird der Soll-Prozess gestaltet und die Möglichkeiten der Implementierung werden erörtert. Optimierungspotenzial ist in allen Phasen des erhobenen Prozesses vorhanden. Wesentliche Änderungen liegen in der Vorbereitungsphase, die eine detailliertere Gliederung der Planung für die Durchführung des ergänzten Soll-Ist-Vergleichs erforderlich macht. Der Informationsaustausch mit dem operativen Projektmanagement ist für die Beurteilung von Abweichungen zu verbessern und der Prozess für die Steuerungsmaßnahmen ist wesentlich für den Erfolg eines Projektes. In der Endphase sind die Ergebnisse der Abschlussanalyse und die gewonnenen Erkenntnisse zu dokumentieren. Die Implementierung des Soll-Prozesses im Unternehmen kann stufenweise erfolgen. In der ersten Stufe werden die Projektcontrolling-Dateien an die neuen Anforderungen angepasst und ergänzt. Für Einzelprojekte ist der Prozess in der optimierten Variante auch mit Excel-Unterstützung umsetzbar. Die Eignung für mehrere Projekte ist auf Grund großer Datenmengen nur eingeschränkt gegeben. Deshalb sieht die zweite und dritte Optimierungsstufe den Einsatz von fertigen Software-Lösungen vor, die speziell für das Projektcontrolling entwickelt worden sind. Ein für die Kooperationspartnerin erstelltes Lastenheft definiert die erforderlichen Funktionalitäten und mittels Marktrecherche konnte eine Auswahl an potenziellen Anbieter*innen getroffen werden. Die strategische Entscheidung, welche Optimierungsstufe im Unternehmen umgesetzt wird, obliegt der Kooperationspartnerin. Zur Unterstützung der Entscheidungsfindung ist der Einsatz einer Nutzwertanalyse zu empfehlen.
Da Projekte hinsichtlich ihrer Anzahl und ihres Umfanges stetig an Bedeutung gewinnen und Wettbewerbsvorteile schaffen, sind sie aus dem unternehmerischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Aus dieser Anforderung resultiert ein systematisches und konzeptionell bedachtes Management in der Projektlandschaft. Durch das Wachstum des Unternehmens und die steigende Anzahl an Projekten im Bereich Forschung und Entwicklung wurde dies auch bei der USound GmbH notwendig. Um Abweichungsanalysen durchführen zu können und um eine Steuerung interner Projekte zu ermöglichen, wurde ein Planungs- und Steuerungstool konzeptioniert welches sowohl auf Einzel- als auch auf Multiprojektmanagementebene Anwendung findet.Um dies erfolgreich durchführen zu können wurde im ersten Teil der Arbeit auf Projekte, deren Merkmale und die Rollen im Projektmanagement eingegangen. Dabei wurden ausschließlich Projekte in der Forschung und Entwicklung behandelt. Daraufhin erfolgte im Hauptteil zu Beginn die theoretische Auseinandersetzung mit den Grundlagen und den Instrumenten der Projektplanung, da diese die Basis für ein effektives und effizientes Projektcontrolling bilden. Anschließend wurde eine Ist-Analyse der im Unternehmen vorherrschenden Situation hinsichtlich des Projektmanagements durchgeführt und Optimierungsbedarf festgestellt. Diese wurden im Rahmen eines Gespräches mit dem Projektmanagement eruiert. Mit Hilfe der in der Theorie erarbeiteten Kenntnisse wurde die Projektplanung adaptiert. Des Weiteren wurden für das Projektcontrolling relevante Kostenarten durch eine Analyse von Vergangenheitsdaten ermittelt. Im nächsten Schritt wurde eine geeignete Variante der Abweichungsanalyse ausgewählt. Basierend auf dieser mussten Forecast-Daten von der Projektleitung eingeholt werden. Durch eine Gegenüberstellung der Plandaten mit den Ist- bzw. Forecast-Daten konnten positive sowie negative Differenzen auf Basis von Stunden sowie Kosten festgestellt werden. Unter Verwendung sämtlicher zur Verfügung stehender Daten wurden weiters Kennzahlen entwickelt. Diese sollen zusätzliche Informationen zu den Stand der Projekte und deren Kosten bringen und werden in einer Excel-Datei dargestellt. Sollte es auf Einzelprojektebene zu Abweichungen gekommen sein, sind diese von der zuständigen Projektleitung auf deren Ursachen hin zu analysieren und zu erläutern. Auf Ebene des Multiprojektcontrollings fällt dies unter den Verantwortungsbereich des Projektcontrollings. Abschließend werden im Prozess Besprechungen mit der Geschäftsführung abgehalten, in welchen die Projekte analysiert werden und es zur Ableitung möglicher Strategien aus den Ergebnissen des Projektcontrollings kommt.
Die Europäische Kommission hat auf Grund der veränderten Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ökologie einen sog. Green Deal für die Europäische Union geschaffen. Im Zuge dessen ist die bestehende Non-Financial-Information Richtlinie durch die neue CSRD ersetzt. Zusätzlich wurde eine EU-Lieferketten-Richtlinie und die EU-Taxonomie-Richtlinie erlassen. Die Styria Media Group AG und der Kooperationspartner, FIDES Verrechnungs- & Dienstleistungs GmbH, sind derzeit nicht berichtspflichtig. Die Kriterien der neuen CSRD ändern dies nun, und ab dem Geschäftsjahr 2025 tritt die Berichtspflicht für den Konzern ein. Die Problemstellung dieser Masterarbeit ist es, herauszufinden, wie ein geeigneter Aufbau des Nachhaltigkeitsberichtes für die Styria Media Group AG aussehen kann. Es ist zu erheben, welche Anpassungen in der Bilanzbuchhaltung, betreut durch die FIDES Verrechnungs- & Dienstleistungs GmbH, notwendig sind. Diese Masterarbeit erarbeitet im Theorieteil die rechtlichen Grundlagen der neuen Nachhaltigkeitsrichtlinie. Es wird die geschichtliche Entwicklung bis hin zu den aktuellen Vorgaben der Nachhaltigkeitsberichterstattung aufgearbeitet. Für die beiden anderen Richtlinien werden die Grundlagen und aktuellen Entwicklungen aufbereitet und erläutert. Dies geschieht durch Literaturrecherche. Aufbauend auf der NFI-Richtlinie wird eine empirische Analyse von Nachhaltigkeitsberichten von ausgewählten Medienunternehmen in Österreich und Deutschland durchgeführt. Anhand der definierten Analysekriterien werden die Informationen ausgewertet und aufbereitet. Ziel dieser Analyse ist es, einen Überblick über den Aufbau herauszuarbeiten. Im nachfolgenden Kapitel ist das CSR-Verständnis der Styria Media Group AG dargestellt. Dies beinhaltet die CSR-Strategie, die Wesentlichkeitsanalyse und die Sustainability Goals. Es wird so dargestellt, wie mit Nachhaltigkeit im Medienkonzern der Styria Media Group AG umgegangen wird. Die Erarbeitung erfolgt durch die zur Verfügung gestellten Dokumente. Am Ende der Masterarbeit wird konkret auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung für die Styria Media Group AG eingegangen. Es werden Handlungsempfehlungen erarbeitet, welche die Implementierung und den zukünftigen Prozess betreffen. Es fließen die Ergebnisse der empirischen Analyse in die Handlungsempfehlungen mit ein. Die neue Verpflichtung bringt organisatorische Änderungen und Herausforderungen für den Medienkonzern. Derzeit bestehende Prozesse müssen an die neuen Anforderungen angepasst werden. Der Einsatz einer Software für die Erstellung des Berichtes und der Emissionsbilanz ist ratsam. Das Thema Nachhaltigkeit hat nicht nur in der Gegenwart einen hohen Stellenwert, sondern wird unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen.
Aufgrund der rasanten Technologiefortschritte der Vergangenheit und zu erwartende Neuerungen in der Zukunft ist es für Unternehmen unerlässlich geworden Strategien anzupassen, um zukünftig weiterhin nachfragegerecht und wettbewerbsfähig agieren zu können. Um den Erfolg der Strategie zu überprüfen, benötigt es ein strategisches Controllingsystem, das unter anderem als Frühwarnsystem bei Fehlentwicklungen einsetzbar ist. Vor den erwähnten Herausforderungen steht auch der Kooperationspartner der vorliegenden Arbeit, die familiengeführte Drexler GmbH in St. Ruprecht an der Raab, die sich auf die Beratung, Reparatur und das Service von digitalen Drucksystemen spezialisiert hat. Aufgrund einer Spaltung und den Entwicklungen in der Branche sieht sich die Geschäftsführung gezwungen, eine klare strategische Ausrichtung zu formulieren und dessen Überprüfbarkeit zu gewährleisten. Die Problemstellung der Arbeit ist es, zu klären welche strategische Richtung das Unternehmen zukünftig einschlagen soll und wie diese Strategie durch die Anwendung einer Balanced Scorecard (BSC) umgesetzt werden kann. Insbesondere das bestehende Geschäftsmodell soll den aktuellen Herausforderungen angepasst, durch Maßnahmen weiterentwickelt und dessen Erfolg auf datenorientierter Basis überprüfbar gemacht werden. Im ersten Schritt muss dafür eine strategische Analyse des Unternehmens und dessen Umwelt durch die Durchführung einer Literaturrecherche und qualitativer Interviews erfolgen. Nach der Konkretisierung und Dokumentation der Strategie erfolgt die Übersetzung anhand von Zielen mit korrespondierenden Kennzahlen mittels Scoring-Methode und Zielwerten. Das Ergebnis soll als Datenbasis für die spätere Umsetzung der Strategie mittels BSC dienen. Es stellt sich die Frage, welche ergänzenden und/oder neue Geschäftsmodelle der Kooperationspartner aufbauen kann, um Trends und Entwicklungen zu nutzen. Anhand eines Kreativitätsworkshops werden unterschiedliche Fragen gestellt, die Innovationen aufzeigen sollen. Eine daraus resultierende und eine bereits bestehende Idee der Geschäftsführung werden anhand des Business Model Canvas (BMC) analysiert und bewertet. Die vorliegende Arbeit bietet als Praxisoutput die gesamtheitliche Darstellung der Unternehmensstrategie durch Konkretisierung und Dokumentation. Dabei werden die Eingangsdaten zur Umsetzung der Strategie mittels BSC festgelegt. Es soll gewährleistet werden, dass durch Steuerung und Kontrolle ein Wachstum geschaffen werden kann. Weiters erfolgt die Analyse insgesamt zwei verschiedener Geschäftsmodelle durch das BMC, wobei eine bereits bestehende Idee und eine weitere durch einen Kreativworkshop kreiert werden. Die Kombination der beiden Ergebnisse soll der Drexler GmbH zur Zukunftssicherung und Unternehmensentwicklung dienen.
Die GHE ist führend auf dem Gebiet der Wasserkraftwerkstechnik. Die Haupttätigkeit umfasst die Fertigung, Lieferung und Montage von Wasserkraftwerksturbinen. Es ist geplant, in Zukunft Projekte in den USA zu realisieren. Das meiste Potenzial bieten laut dem Kooperationspartner die Bundesstaaten Kalifornien und Colorado. Ziel dieser Arbeit ist es, anhand eines Praxisbeispiels die umsatz- und ertragssteuerlichen Auswirkungen für die Leistungserbringung in den beiden Bundesstaaten darzustellen. Im Vergleich dazu sollen die Berechnungen für den Fall, dass keine Betriebsstätte entsteht, durchgeführt werden. Im Besonderen wird auf die Ergebnisaufteilung zwischen Stammhaus und Betriebsstätte sowie auf die Anrechnung der ausländischen Steuern eingegangen. Es soll ein Gesamtsteuervergleich aufgestellt werden anhand dessen die Vorteilhaftigkeit der Möglichkeiten ersichtbar ist. Für die Abwicklung des Praxisbeispiels sind Entscheidungsbäume für die Prüfung der umsatz- und ertragssteuerlichen Betriebsstättenentstehung erarbeitet worden. Zusätzlich ist ein Entscheidungsbaum erstellt worden, welcher eine korrekte Rechnungslegung an den Kunden sicherstellen soll. Anhand derer ist das Praxisbeispiel berechnet worden. Die umsatzsteuerliche Ausarbeitung hat gezeigt, dass die Umsatzsteuern verschieden hoch ausfallen können. Die use tax ist für den Import der Turbine in die USA von der GHE abzuführen da die als Endverbraucher gilt. Die Steuer sollte in der Kalkulation der Preise berücksichtigt werden damit diese Kosten abgedeckt werden. Dadurch, dass die USA ihre Umsätze differenziert zum innerstaatlichen Recht realisieren, kann es bei mehrperiodigen Projekten zu unterschiedlichen steuerlichen Ergebnissen kommen. Das tritt ein, wenn im ersten Jahr das Ergebnis innerstaatlich negativ ausfällt und in den USA bereits Umsätze realisiert und darauf Steuern erhoben werden. Die entrichtete Steuer kann nicht vorgetragen werden. Das hat zur Folge, dass bei einem nicht ausgenutzten Anrechnungshöchstbetrag im zweiten Jahr die ausländische Steuer vom Vorjahr nicht in Abzug gebracht werden kann. Es kann zu einer intertemporären Doppelbesteuerung kommen. Anhand der Gesamtsteuerbelastung kann auf-gezeigt werden, dass es für die GHE am vorteilhaftesten wäre, wenn sie eine Registrierung in den USA umgehen könnte. Als primäre Methode dieser Arbeit ist die Literaturrecherche zu nennen. Um die Leistungserbringung der GHE beurteilen zu können, ist eine Datenerhebung anhand eines Interviews durchgeführt worden. Für die Durchführung der Berechnungen ist Microsoft Excel verwendet worden und für die Darstellung der Entscheidungsbäume Microsoft Visio. Anhand dieser Ausarbeitung kann die Abwicklung der steuerlichen Behandlung von Bau- und Montagebetriebsstätten in Kalifornien und Colorado sichergestellt werden.
Die KGT Gebäudetechnik GmbH erbringt Bauleistungen in Deutschland. Überschreiten die Bauausführungen eine Dauer von zwölf Monaten, führt dies gemäß Art. 5 Abs 3 OECD-MA zur Begründung einer Montagebetriebsstätte im Tätigkeitsstaat. Aufgrund der Selbstständigkeitsfiktion ist diesen Betriebsstätten ein angemessener Gewinnanteil zuzurechnen. Bisher erfolgte keine Betriebsstättengewinnermittlung. Im Zuge der Montagen wird österreichisches Personal der Kooperationspartnerin nach Deutschland entsendet. Das Montagepersonal hat 183 Anwesenheitstage im Tätigkeitsstaat bislang unterschritten. Die begünstigte Auslandstätigkeit nach § 3 Abs 1 Z 10 EStG kam bisher nicht zur Anwendung. Zielsetzung dieser Arbeit ist es, ein Konzept zu schaffen, um die in Deutschland pflichtigen Abgaben, gemäß der deutschen und abkommensrechtlichen Vorschriften korrekt zu ermitteln. Weiters sollen die steuerlichen Auswirkungen auf das entsendete Montagepersonal aufgezeigt werden.
Anhand des Beispiels der Betriebsstätte Amazon Rostock wird veranschaulicht, welche Schritte für die Ermittlung eines angemessenen Betriebsstättengewinns nötig sind. Es wird gezeigt, wie eine Funktions- und Risikoanalyse durchzuführen ist und wie die Charakterisierung der Geschäftseinheiten zu erfolgen hat. Die Auswahl der Verrechnungspreismethode hat schwerwiegenden Einfluss auf das Betriebsstättenergebnis. Die Analyse zeigt, dass die Resultate der Kostenaufschlagsmethode signifikant von den Ergebnissen der Kostenschlüsselmethode abweichen. Ferner wird veranschaulicht, welche Steuerlast sich aufgrund des Betriebsstättenergebnisses in Deutschland ergibt.
Am Beispiel des fiktiven Monteur X werden die quantitativen Folgen einer beschränkten Steuerpflicht in Deutschland aufgezeigt. Die Ergebnisse beruhen auf den Bestimmungen des deutschen Einkommensteuergesetzes. Darüber hinaus wird veranschaulicht, wie eine Doppelbesteuerung des Einkommens im Ansässigkeitsstaat Österreich vermieden wird. Es wird ausgeführt, welche Kriterien für die Anwendung der begünstigten Auslandstätigkeit gegeben sein müssen und welche Steuerersparnis sich durch die Begünstigung ergibt. Die theoretische Forschung umfasst eine ausführliche Literaturrecherche. Im Rahmen der empirischen Forschung, erfolgt die Durchführung einer Gruppendiskussion mit Vertretern der Kooperationspartnerin. Um Berechnungen anstellen zu können werden Unternehmensdaten der KGT Gebäudetechnik GmbH erhoben. Diese Daten werden analysiert und ausgewertet.
Diese Masterarbeit legt den Grundstein für künftige Betriebsstättenergebnisabgrenzungen der Kooperationspartnerin.
