85.10 Unternehmensplanung, Unternehmenskontrolle
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Um den Wettbewerbsvorteil eines technologischen Unternehmens nachhaltig zu steigern bzw. zu schützen ist es essentiell, über technologische Entwicklungen im Bilde zu sein um auf diese frühzeitig reagieren zu können. Aus dieser Motivation heraus werden für die TDK Electronics Group entsprechende Maßnahmen gesetzt, um diesen Wettbewerbsvorteil weiterhin zu verstärken. Die TDK Electronics Group agiert international im schnelllebigen Bereich der elektronischen Bauteile und Systeme. Der Bedarf sowie die Anforderungen an diese Art von Produkten steigen stetig und werden besonders stark von technologischen Entwicklungen geprägt. Dadurch ist die rechtzeitige Identizierung und Interpretation von technologischen Diskontinuitäten essentiell, um keine Zeit in Vergleich zu Wettbewerbern zu verlieren. Ein Technologiefrüherkennungsprozess soll helfen, frühzeitig auf neue Technologien aufmerksam zu werden, um die Chancen dieser nutzen zu können sowie die Gefahr von Wettbewerbern überholt zu werden zu minimieren. Der Technologiefrüherkennungsprozess besteht aus einem Prozessmodell, das mit ausgewählten Methoden ausgestattet ist, um die Anforderungen des Unternehmens bestmöglich erreichen zu können. Dieser Prozess soll helfen, eine negative Erfolgsniveau-Risikobereitschafts-Korrelation innerhalb des Unternehmens zu vermeiden sowie einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu sichern.
Strategische Initiativen und -Projekte sind von zentraler Bedeutung für den langfristigen Erfolg der Unternehmen. Insbesondere im Hinblick auf die Bedeutung für die unternehmerische Überlebensfähigkeit ist es daher unerlässlich, diese auf deren Wirksamkeit und Durchführbarkeit zu bewerten. Ein klarer strategischer Fokus als auch die strategiebasierte Auswahl, Koordination und Priorisierung strategischer Projekte und Initiativen, die die langfristige Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zum Ziel haben, stellen sicher, dass die entsprechenden unternehmerischen Ressourcen effektiv und effizient eingesetzt werden und hierdurch das gesamte Potenzial des strategischen Vorhabens freigesetzt wird. Das Ziel der Masterarbeit ist es, operative Tools für die ANDRITZ AG vorzustellen, durch welche der Strategie-Fit von Lean- und Innovationsinitiativen effizient überprüft und diese innerhalb eines Lean Management-Innovation Management-Portfolios priorisiert werden können. Als Ergebnis der Arbeit wird ein geeignetes Framework von operativen Tools vorgestellt, das sich durch Effizienz und Praktikabilität auszeichnet und auf betriebsinterne strategische Projekte und -Initiativen anwendbar ist. Hierfür wird im Rahmen des Theorieteils ein theoriebasiertes Modell entwickelt und vorgestellt, das in weiterer Folge im Zuge des Praxisteils anhand von Experten Workshops auf die Spezifika der ANDRITZ AG modifiziert wird.
Geschäftsmodell "Plan B"
(2020)
Eines der großen Schlagworte der letzten Jahre war und ist „Gamification“, also die Integration von spielerischen und für Spiele typische Elemente in Lebensbereiche, die häufig von emotionsloser Sachlichkeit dominiert sind: Ranglisten in Produktionsbetrieben und im Handel spornen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Höchstleistungen an, Verlosungen, an denen ausschließlich zahlende Kundinnen und Kunden teilnehmen dürfen, steigern den Kaufwillen, erreichbare Achievements und Auszeichnungen sorgen dafür, dass eine App oder eine Dienstleistung öfter verwendet bzw. in Anspruch genommen wird. Das „Spiel“ verlässt offenbar die unseriöse, bisweilen „kindische“ Ecke des Lebens und feiert nun sein Comeback. Nun gibt es Personen und Organisationen, die auch schon vor der „Gamification“ die Relevanz des Spieles und des Spielens erkannt haben. Eine solche Organisation ist der Verein Ludovico, der seit Ende der 1980er Jahre in der Steiermark aktiv dafür Sorge trägt, dass Spiel und Spielekultur im ganzen Land Verbreitung finden und die Menschen durch das Spiel Lebenskompetenz erlangen. Das Ludovico begann ursprünglich als reine Ludothek und avancierte insbesondere in den letzten Jahren zu einem Kompetenzzentrum in allen das Spiel betreffenden Bereichen. Als Verein, dessen Einnahmen zu über 80% aus öffentlichen Förderungen bestehen – der mit Abstand größte Teil davon stammt vom Land Steiermark – ist man natürlich auf das Wohlwollen der regierenden Politikerinnen und Politiker angewiesen. In Zeiten des politischen Wandels und zunehmenden Sparmaßnahmen im kulturellen und sozialen Bereich stellt diese Abhängigkeit eine latente Bedrohung dar. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie das Geschäftsmodell des Ludovico verändert werden könnte, um im Fall des Falles finanzielle Autonomie erreichen zu können. Es handelt sich dabei um ein Gedankenexperiment, an dessen Ende ein „Plan B“ entstehen soll. Zu diesem Zweck werden zunächst die Themenbereiche Geschäftsfeldentwicklung (Business Development), Geschäftsmodelle (Business Models) sowie die Entwicklung bzw. Innovation von Geschäftsmodellen erforscht, um auf Basis der gewonnen Erkenntnisse ein Vorgehensmodell zu entwickeln, welches dem Ludovico dabei helfen soll, einen Weg in die wirtschaftliche Selbstständigkeit zu finden. Großes Augenmerk wird dabei auf die vollständige Erfassung und Darstellung des aktuellen Geschäftsmodells des Vereines gelegt, um damit eine solide Ausgangsposition für Entwicklung, Ideation und Innovation zu schaffen. Dafür werden bekannte Darstellungsmöglichkeiten für Geschäftsmodelle untersucht und unter anderem ein eigenes Business Model Canvas entwickelt, welches nicht nur das konkrete Geschäftsmodell abbildet, sondern auch die Umwelt, in die es eingebettet ist, darstellen kann sowie den Kundinnen einen zentralen und gut sichtbaren Platz einräumt. Im weiteren Verlauf wird die Überprüfung der Praxistauglichkeit des entwickelten Vorgehensmodells beschrieben. Zwar konnte das Vorgehensmodell aufgrund zahlreicher notwendig gewordener Anpassungen während der Durchführung von insgesamt drei Workshops nicht bestehen und musste zum Teil grundlegend adaptiert werden, allerdings konnten im Rahmen und Umfeld der Workshops mithilfe der erforschten und entwickelten Werkzeuge über 300 mögliche Ideen, Stoßrichtungen und Denkanstöße für das Ludovico entwickelt werden, welche als Grundlage für weitere strategische und operative Entwicklungen dienen können.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Geschäftsmodells zum Markteintritt einer KI-Software in der Health-Tech-Branche und wird im Rahmen des Fachhochschul-Masterstudiengangs Innovationsmanagement an der Fachhochschule Campus 02 eingereicht. Die Entwicklung von innovativen Geschäftsmodellen gewinnt in der heutigen Zeit vermehrt an Bedeutung. Die Health-Tech-Branche stellt einen potenziellen Markt dar, da die Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Medizin zu Kosteinsparungen führen kann. Die Vertify GmbH entwickelt eine KI-Software, die die Diagnose im Rahmen der Schwindelabklärung unterstützen kann, und dadurch kostenintensive und nicht direkt relevante Untersuchungen verhindern kann. Um die Technologie als Wettbewerbsvorteil zu nutzen, gilt es ein entsprechendes Geschäftsmodell für den Markteintritt zu erstellen, das den Anforderungen der Branche entspricht und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz berücksichtigt. Im Zuge der theoretischen Auseinandersetzung werden unterschiedliche Methoden zur Entwicklung von Geschäftsmodellen erläutert. Für die Darstellung des Geschäftsmodells wird das Business Model Canvas herangezogen. Des Weiteren werden die Marktentwicklungen der Branche untersucht und Herausforderungen hinsichtlich des Einsatzes der Künstlichen Intelligenz in Unternehmen aufgezeigt. Darauf aufbauend werden KI-Geschäftsmodelle analysiert sowie relevante Geschäftsmodellmusterbestimmt. Die Ergebnisse des theoretischen Teils der Arbeit stellen zwei ideale Geschäftsmodellvarianten dar, die für die Markteinführung einer KI-Software in die Health-Tech-Branche geeignet sind. Die theoretischen Erkenntnisse sowie die Unternehmensbeschreibung der Vertify GmbH bilden die Grundlage für die Forschungsarbeit. Aus der empirischen Untersuchung geht hervor, dass die in der Theorie entwickelten Geschäftsmodelle nicht umgesetzt werden können. Es zeigt sich, dass die Branche Regulierungen des Gesundheitswesens unterliegt und durch politische Machthebel gekennzeichnet ist. Weiteres werden erhebliche Unterschiede zwischen den Wahlärztinnen und Wahlärzten, und Vertragsärztinnen und Vertragsärzten erkennbar. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit verdeutlichen, dass ein Markteintritt in Zusammenarbeit mit einer der drei österreichischen Krankenversicherungen keine Möglichkeit für ein junges Unternehmen darstellt. Aus diesem Grund wird ein Geschäftsmodell zum Eintritt in den Markt entwickelt, das Wahlärztinnen und Wahlärzte als Kundensegment versorgt. Um Kosteneinsparungen für das österreichische Gesundheitssystem zu erzielen, wird eine mögliche Erweiterung des Geschäftsmodells aufgezeigt. Die Geschäftsmodellerweiterung beinhaltet die Aufnahme der Software in den Leistungskatalog der Krankenversicherungen, um den gesamten Markt zu erschließen. Es gilt zu beachten, dass das Geschäftsmodell zum Markteintritt nicht die Privatmedizin im Gegensatz zur öffentlich finanzierten Medizin etablieren will. Das Medizinprodukt soll zu einer Verbesserung des gesamten Gesundheitssystems beitragen. Um dieses Ziel zu erreichen, und um die Krankenversicherungen von der KI-Software zu überzeugen, ist eine vorangegangene Markteinführung notwendig.
Durch den konstanten Anstieg der Verkaufszahlen von batterieelektrischen Fahrzeugen stehen die europäischen Fahrzeughersteller vor vielen neuen Herausforderungen, wobei die primäre Problematik mit der beschränkten Lebensdauer der Traktionsbatterien einher geht. Diese Herausforderungen werden durch die zugehörigen Recycling-Direktiven verstärkt, wodurch sich ein noch neues Geschäftsfeld für verschiedene Recyclingtechnologien und Unternehmen ergibt. Dabei stellt das Recycling selbst einen wichtigen Aspekt des Rohstoffkreislaufs dar, da die Herstellung der Traktionsbatterien äußersten energieintensiv ist und die Rohstoffe dieser Batterien in nur sehr geringen Mengen in Europa vorhanden sind. Um diesen neuen Markt zu erschließen, bedarf es dabei eines umfangreichen Geschäftsmodells, welches in dieser Arbeit ermittelt wird. Dabei wird zuerst auf die theoretischen Aspekte der Recyclingtechnologieneingegangen und die Vor- und Nachteile der Herangehensweisen werden dargestellt. Daraufhin wird das Business Ecosystem mit den zugehörigen Elementen als Netzwerk für ein Recyclingunternehmen angewandt und zusätzlich dazu die ökonomischen und ökologischen Bewertungssysteme für die gebrauchten Traktionsbatterien in Bezug auf deren Recycling- sowie Second-Life-Einsatz aufgeschlüsselt. Diese technischen Aspekte werden daraufhin auf die möglichen Geschäftsmodelle referenziert, wobei das Betrachtungsfeld zuerst mittels der PESTEL-Analyse eingegrenzt wird und in weiterer Folge mit Hilfe des Lean-Canvas ein grober Entwurf eines Geschäftsmodells ermöglich wird. Der Entwurf wird in weiterer Folgedurch das Business Design aufgenommen und weiter ausgeführt, wodurch sich zum einen ein Vorgehensmodell für die Erstellung eines Geschäftsmodells ergibt und zum anderen zweierlei Archetypen von Geschäftsmodellen erstellt wurden. Um diese Archetypen auf ihre Einsatzmöglichkeit und auch möglichen Erfolg zu prüfen, wurden im ersten Schritt mittels Experteninterviews die Meinungen zu den möglichen Ausprägungen eingeholt und daraus weitere Erkenntnisse für das Geschäftsmodell gewonnen. Diese Erkenntnisse wurden daraufhin auch weiter ausgebaut mittels eines Experten-Workshops, wodurch sich aus der Kombination der Archetypen und der Ergebnisse aus den Interviews und dem Workshop ein konkretisiertes Geschäftsmodell ergeben hat. Dieses Geschäftsmodell wurde dann mit Hilfe des Business Designs und dessen Feldern dargestellt und sollte in weiterer Folge einen Rahmen für ein Recyclingunternehmen am DACH-Markt geben.
Seit Anbeginn des letzten Jahrzehnts sind Datensätze zum wichtigsten Gut der digitalen Weltherangewachsen. Die Wichtigkeit von digitalen Datensätzen als Analyse- und Entscheidungsgrundlagewurden in der Wirtschaft bereits erkannt, dennoch herrscht bei der Umsetzung von Maßnahmen zur unternehmerischen Wertsteigerung kein Konsens. Datensätze können hierbei als Basis genutzt werden, um völlig neuartige Geschäftsmodelle zu entwickeln oder interne Effizienzzuwächse zu erzielen. Nebeneinem fehlenden Verständnis welche Daten einem Unternehmen zur Verfügung stehen bleiben ohnehin oder nur durch wenig Aufwand generierten Datensätze oftmals ungenutzt. Aus diesem Grund setzt sich diese Arbeit das Ziel ein Vorgehensmodell zur Entwicklung datenbasierter Geschäftsmodelloptionen zu erarbeiten und zu validieren. Im theoretischen Teil der vorliegenden Arbeit werden einleitend die allgemeinen Grundlagen der zugrundeliegenden Kernthemenbereiche Geschäftsmodellentwicklung und Innovation näher erläutert. Daraufhin wird auf allgemeine Rahmenbedingungen im Umgang mit digitalen Datensätzen eingegangen. Bis dahin gesammelte Erkenntnisse, sowie eine Analyse in der Literatur bestehender Ansätze zur Entwicklung und Darstellung von Geschäftsmodellen, werden im letzten Abschnitt des fachtheoretischen Teils zusammengeführt. Identifizierte Anforderungen an das eigene Vorgehen und dessen Visualisierungskonzept bilden die Grundlage der Entwicklung. Anschließend werden die einzelnen Phasen des Vorgehensmodells ausführlich beschrieben und die benötigten Werkzeuge für eine Abarbeitung näher erläutert. Eine ausführliche Beschreibung der Red Bull Media House GmbH als Partnerunternehmen dieser Arbeit, sowie Details über Projektplanung und -vorbereitung leiten den Praxisteil der Arbeit ein. Die praktische Anwendung des entwickelten Vorgehensmodells wurde im Rahmen von onlinebasierten Workshops und qualitativen Interviews durchgeführt. Eine detaillierte Beschreibung der Rahmenbedingungen der einzelnen Phasen wird genauso geboten, wie eine Darstellung des erreichten Ergebnisses. Dies ermöglicht eine ganzheitliche Herleitung des Ergebnisses. Die Arbeit schließt mit der Adaption desentwickelten Vorgehensmodells, welches auf den erlangten Erkenntnissen der praktischen Anwendung basiert. Die Abarbeitung des Vorgehensmodells ergab zwei Geschäftsmodelloptionen im Zusammenhang mit der Verwendung von digitalen Datensätzen. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass durch die Anwendung des Vorgehensmodells sowohl Geschäftsmodellerweiterungen als auch eigenständige Geschäftsmodelle entwickelt werden können. Demnach kann das erarbeitete und adaptierte Vorgehensmodell zur Entwicklung von datenbasierten Geschäftsmodellen für diesen allgemeinenspezifischen Zweck der datenbasierten Geschäftsmodellentwicklung empfohlen werden.
Oft entstehen innovative Geschäftsmodelle aus einer Notsituation heraus, bei der Unternehmen gezwungen sind, Veränderungen am bestehenden Geschäftsmodell vorzunehmen. Ein erfolgreiches Unternehmen sollte jedoch auch in wirtschaftlich erfolgreichen Zeiten über Verbesserungen oder eine Neugestaltung seines Geschäftsmodells nachdenken. Die Gründung des Tochterunternehmen Medizinalcannabis Vertriebs GmbH wurde genau aus diesem Grund fokussiert. Ein Unternehmen im Handel mit medizinischen Cannabisprodukten zu gründen und zu etablieren bringt viel Aufwand und einiges an Überlegung mit sich. Durch die starke gesetzliche Regulierung am Markt sind viele Rahmenbedingungen fix vorgegeben und müssen strikt befolgt werden. Somit ist das Innovationspotenzial für diese Branche in vielen Bereichen nicht möglich und in den wenigen anderen nur schwer identifizier- und umsetzbar. Im Rahmen dieser Arbeit wird ein Vorgehensmodell erarbeitet, welches Aufschluss über mögliche Differenzierungen und Potenziale am Markt geben soll, um es bei dem Unternehmen Medizinalcannabis Vertriebs GmbH anwenden zu können. Auch soll eine mögliche Marktetablierung in sämtlichen Segmenten der Cannabisbranche fokussiert werden, um die Reaktionsfähigkeit am Markt zu steigern. Der Theorieteil behandelt die Thematik von Geschäftsmodellen im Allgemeinen und erklärt Tools und Instrumente, welche bei der Entwicklung hilfreich sind. Das Ergebnis des theoretischen Teils bildet das Grundgerüst eines Vorgehensmodells. Durch den praktischen Teil, welcher die Durchführung von Experteninterviews beinhaltet, sollen die erarbeiteten Erkenntnisse bewiesen bzw. widerlegt werden und überprüft werden, ob sie auch in der Praxis eine Rolle spielen. Im Rahmen der Ergebnispräsentation der Experteninterviews werden die Kernaussagen der Gesprächspartner präsentiert und in einen Gesamtkontext gesetzt. Hier zeigt sich stark der Einfluss der gesetzlichen Regulatorien. Die Einarbeitung der Erkenntnisse führt zu einem endgültigen Vorgehensmodell, welches nun für die Branche im Handel mit medizinischen Cannabisprodukten anwendbar ist und einen Leitfaden geben soll, welcher Handlungsspielraum für Innovation vorhanden ist und wie sich daraus Potenzial und Erlös abschöpfen las-sen. Aufgrund des geringen Spielraumes durch gesetzliche Vorgaben, erfolgt die Potenzialidentifizierung hauptsächlich im Bereich des Werteangebotes und des starken Netzwerkes. Im Schlusskapitel wird das Vorgehensmodell mit den Erkenntnissen aus den Einzelinterviews angereichert und so für die Einführung und Anwendung in der Praxis vorbereitet.
Mit der zunehmenden Integration von Künstlicher Intelligenz wird die Art und Weise verändert, wie Unternehmen Entscheidungen treffen und ihren Wettbewerbsvorteil aufrechterhalten. Während KI-Systeme eine effiziente Analyse und Aufbereitung großer Datenmengen ermöglichen, bleibt unklar wie sie speziell strategische Entscheidungsprozesse transformieren. Trotz der steigenden Anzahl an wissenschaftlichen Beiträgen zu dem Thema gibt es bislang nur begrenzte empirische Erkenntnisse zur praktischen Anwendung von KI in der strategischen Entscheidungsfindung unter realen Bedingungen. Um diese Forschungslücke zu adressieren, kombiniert diese Arbeit eine Literaturanalyse mit einer qualitativen empirischen Untersuchung. Dabei wird zunächst die Rolle von KI im strategischen Entscheidungsprozess anhand der bisherigen Literatur diskutiert. Darauffolgend wird auf Basis von qualitativen Interviews mit Personen, welche KI im strategischen Entscheidungsprozess einsetzen, ein Modell erarbeitet, welches die aktuellen KI-indizierten Veränderungen im strategischen Entscheidungsprozess erfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass KI zwar erheblich zur Datenanalyse sowie zur Vorbereitung und Unterstützung strategischer Entscheidungen beiträgt, jedoch nach aktuellem Entwicklungsstand weniger als autonomes Entscheidungssystem geeignet ist. Ihr Einsatz verändert den Entscheidungsrahmen grundlegend, da sowohl technische als auch menschliche Limitationen berücksichtigt werden müssen. Gleichzeitig bietet die verbesserte Entscheidungsgrundlage mehr Sicherheit, beschleunigt Prozesse und steigert deren Effizienz sowie Nachvollziehbarkeit. Dennoch bleiben Herausforderungen wie Bias, Transparenz und ethische Implikationen bestehen, mit denen sich Unternehmen weiterhin auseinandersetzen müssen. Die Studie trägt dazu bei, dass Verständnis über die Rolle von KI im strategischen Management zu vertiefen und liefert praxisnahe Implikationen für eine nachhaltige Integration von KI in strategische Entscheidungsstrukturen.
Eine effektive Unternehmenssteuerung setzt eine fundierte Planung, Überwachung und Analyse von Kennzahlen sowie eine entscheidungsrelevante Berichterstattung voraus. Die Tischlerei Edmund Strohmaier GmbH verfügt aktuell über kein Planungstool, wodurch eine effiziente Ressourcenverteilung und faktenbasierte Entscheidungsfindung erschwert werden. Darüber hinaus erfolgt weder eine kontinuierliche Analyse von Kennzahlen noch eine strukturierte Berichterstattung. Zielsetzung dieser Masterarbeit ist die Entwicklung von Controlling-Tools, bestehend aus einer integrierten Planungsrechnung, einem Kennzahlen-Cockpit und einem Management Report, um datenbasierte Entscheidungsprozesse zu unterstützen und eine Überwachung der Unternehmensperformance zu ermöglichen. Die Masterarbeit befasst sich mit der Identifikation der Anforderungen des Kooperationsunternehmens, der Konzeption einer integrierten Planungsrechnung, der Auswahl und Bewertung von Kennzahlen für das Kennzahlen-Cockpit, der Ableitung von Maßnahmen zur Verbesserung dieser Kennzahlen, der Analyse geeigneter Kennzahlensysteme sowie der Gestaltung eines Management Reports. Im Rahmen der Anforderungserhebung wurde festgestellt, dass Benutzerfreundlichkeit und Verständlichkeit für das Kooperationsunternehmen von großer Bedeutung sind. Ein weiteres Ergebnis stellt eine integrierte Planungsrechnung mit 11 operativen Teilplänen, einem Leistungsbudget, einem Finanzplan, einer Planbilanz und einem Soll-Ist-Vergleich dar. Diese wurde an die Anforderungen einer auftragsfertigenden Tischlerei angepasst. Die Auswahl der 14 Kennzahlen erfolgte anhand einer Literaturrecherche und zwei Nutzwertanalysen. Ergänzend wurden Optimierungsmaßnahmen zur Verbesserung der Kennzahlen aus der Fachliteratur abgeleitet. Die Analyse bestehender Kennzahlensysteme ergab, dass das ROI-Kennzahlensystem aufgrund seiner Anwendbarkeit und Datenverfügbarkeit einen Mehrwert für das Unternehmen darstellt. Der Management Report kombiniert tabellarische und grafische Darstellungen mit einem Ampelsystem, um eine schnelle Interpretation der Abweichungen zu ermöglichen. Die Relevanz dieser Arbeit liegt in der praxisnahen Entwicklung von Controlling-Tools für ein kleines Unternehmen, das trotz begrenzter Ressourcen effiziente Steuerungssysteme benötigt. Die Arbeit zeigt des Weiteren auf, wie durch den Einsatz einer integrierten Planungsrechnung, einer systematischen Kennzahlenanalyse und einer strukturierten Berichterstattung potenzielle Fehlentwicklungen und Risiken frühzeitig erkannt und die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens gesichert werden können.
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie im Abwassersektor als Teil der kritischen Infrastruktur. Der Fokus liegt auf der Bewertung des aktuellen Umsetzungsstands, der Identifikation von Herausforderungen und der Erfassung von Good Practices. Die Thematik ist hochrelevant und aktuell, da die NIS-2-Richtlinie spätestens bis Oktober 2024 in nationales Recht überführt werden muss und erstmals auch mittelgroße Unternehmen in die Pflicht nimmt. Die Studie reagiert auf die Forschungslücke hinsichtlich sektorspezifischer Umsetzungserfahrungen und liefert einen praktischen Beitrag zur Stärkung der Cybersicherheit in der öffentlichen Daseinsvorsorge. Die Arbeit folgt einem Mixed-Methods-Ansatz im Paradigma der verhaltensorientierten Wirtschaftsinformatik. Datenerhebungsmethode ist eine standardisierte Online-Befragung unter Akteuren der Abwasserwirtschaft im deutschsprachigen Raum. Der Fragebogen kombiniert geschlossene (quantitative) mit offenen (qualitativen) Items, die sieben Themenkategorien der NIS-2-Richtlinie abbilden. Die Auswertung erfolgte quantitativ-deskriptiv sowie qualitativ mittels strukturierter Inhaltsanalyse nach Mayring. Ein Pretest sicherte die Validität der Instrumente; die Datenerhebung erfolgte in Kooperation mit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. Die Ergebnisse zeigen ein heterogenes, aber überwiegend hohes Umsetzungsniveau bei organisatorischen, technischen und physischen Maßnahmen. Die Mehrheit der Unternehmen hat ein Risikomanagement etabliert, regelmäßige Schulungen eingeführt und strukturelle Verantwortlichkeiten verankert. Die häufigsten Herausforderungen betreffen personelle Ressourcen, fehlende branchenspezifische Leitfäden und komplexe technische Anforderungen. Good Practices umfassen unter anderem adaptive Risikoanalysen, szenariobasierte Verfahren und die Integration von ISO/IEC-Standards. Die Ergebnisse werden mit bestehenden wissenschaftlichen Arbeiten, etwa von ENISA oder BSI, verglichen und kontextualisiert. Die Analyse verdeutlicht, dass Cybersicherheit zunehmend als strategische Aufgabe in der Abwasserwirtschaft erkannt wird, allerdings je nach Größe und Struktur der Unternehmen unterschiedlich ausgeprägt ist. Die Arbeit zeigt, dass etablierte Sicherheitsstandards wie ISO 27001, B3S Wasser/Abwasser und das ÖWAV-Handbuch praktikable Rahmenbedingungen bieten, jedoch an spezifische Sektorbedürfnisse angepasst werden müssen. Die Resultate unterstreichen die Notwendigkeit gemeinsamer Leitfäden, sektoraler Koordination und staatlicher Unterstützung. Ein Ausblick benennt weiterführende Forschungsschwerpunkte wie die Wirksamkeit konkreter Maßnahmen, die Rolle externer Dienstleister und die Entwicklung belastbarer Metriken zur Cybersicherheitsreife.
