85.25 Betriebliches Rechnungswesen
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Die Anforderungen an Abschlussprüfungen steigen kontinuierlich und werden durch publik gewordene Bilanzskandale weiter vorangetrieben. Um trotz des vermehrten Aufwandes eine qualitativ hochwertige Prüfungsdurchführung gewährleisten zu können, müssen Prüfungsbetriebe die Effizienz in der Abwicklung von Jahresabschlussprüfungen steigern. Als übergeordnete Problemstellung ergibt sich dadurch die Frage, wie ein Prüfprogramm zur Durchführung einer effizienten Abschlussprüfung ausgestaltet sein muss, um in der zur Verfügung stehenden Zeit eine risikoorientierte Abschlussprüfung abwickeln und etwaige Fehldarstellungen schneller identifizieren zu können. Die Arbeit beschäftigt sich mit den erhöhten Risiken bei der Vorratsprüfung und das Ziel ist eine effizientere Prüfungsdurchführung bei gleichzeitiger Erhöhung der Prüfungsqualität. Im Zuge der Arbeit gilt es deshalb zu eruieren, welche Risiken bei Abschlussprüfungen bestehen und mit welchen Prüfungshandlungen diese geprüft werden. Um ein weiteres Verständnis über die Risiken im Vorratsvermögen zu erlangen, wurden Experteninterviews mit Mitarbeitenden der Prüfungsabteilung des Kooperationspartners und Personen von geprüften Unternehmen durch-geführt. Die daraus erlangten Erkenntnisse umfassen erhöhte Risiken in komplexeren Unternehmensstrukturen sowie neue Chancen und Risiken im Einsatz von IT-gestützten Prüfungshandlungen. Zusammen mit durchgeführten Fehleranalysen vergangener Jahresabschlussprüfungen, welche Erkenntnisse hinsichtlich Fehleridentifikation und Häufigkeiten aufzeigen, wird im Prüfungstool dem Planungsprozess und der Risikobeurteilung zukünftig eine höhere Beachtung geschenkt. Die umfassenden Erkenntnisse münden in einem Prüfprogramm, das in Abhängigkeit der ermittelten kombinierten Risiken nur ausgewählte Prüfungsfragen zur Bearbeitung vorschlägt und eine Prüfung von nicht erforderlichen Teilbereichen verhindert. Um weitere Effizienzsteigerungen im Prüfprogramm zu implementieren, erfolgt im Rahmen der Beantwortung der einzelnen Prüfungs-fragen die Dokumentation der durchgeführten Prüfungshandlungen. Im erstellten Prüfprogramm werden alle dokumentierten Stichproben zusammengefasst und geprüft, ob zusätzliche Stichproben erforderlich sind, um eine geeignete Prüfungssicherheit zu erreichen. Im integrierten Fehlerprotokoll werden die Fehldarstellungen gesammelt und gemeinsam mit einem abschließenden Prüfungsurteil gewürdigt. Mit dieser Arbeit und dem erstellten Output eines integrierten Prüfprogrammes wird eine Verbesserung im Prüfungsablauf beim Kooperationspartner erzielt und der verantwortliche Prüfer wird bei der Abgabe eines geeigneten Prüfungsurteils unterstützt.
Optimierung der Angebotskalkulation durch die Einführung einer Kostenrechnung für die Gruber GmbH
(2025)
Die Gruber GmbH steht als regional tätiger Malerbetrieb vor der Herausforderung, eine wirtschaftlich fundierte und gleichzeitig praxisnahe Angebotskalkulation durchzuführen. Die bisherige Preisermittlung beruhte auf Erfahrungswerten der Geschäftsführung, wodurch individuelle Baustellenbedingungen und unterschiedliche Anforderungen der Kundengruppen nur durch subjektive Tarifanpassungen berücksichtigt wurden. Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer Kalkulationsgrundlage, mit der individuelle Angebote baustellenspezifisch erstellt werden können. Zur Umsetzung wird zunächst die bestehende Angebotslegung mithilfe eines leitfadengestützten Interviews analysiert. Anschließend wurde ein Zeiterfassungsprotokoll erstellt und bei der Gruber GmbH angewendet, um die Arbeitszeiten der Mitarbeiter*innen nach Arbeitsschritt, Baustellenspezifikation, Kundengruppe und Mitarbeitergruppe zu erfassen. Ergänzend wurden auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche die theoretischen Rahmenbedingungen der Kostenrechnung erarbeitet. Das Ergebnis dieser Masterarbeit ist ein Excel-Tool für die Angebotskalkulation. Es wurde eine Kostenrechnung zu Voll- und Teilkosten für die Gruber GmbH erstellt. Die erfassten Arbeitszeiten aus dem Zeiterfassungsprotokoll wurden systematisch in das Tool eingetragen. Darauf aufbauend wurde die Angebotskalkulation erstellt. Die spezifischen Baustellenanforderungen sind durch Auswahloptionen in der Kalkulation auswählbar. Die Ermittlung der benötigten Arbeitszeit erfolgt anhand der Zeiterfassungsdaten, worauf die Kalkulation zu Voll- und Teilkosten aufbaut. Ergänzt wird das Tool durch eine Nachkalkulation, die den Vergleich zwischen geplanten und tatsächlichen Kosten erlaubt. Bei vier realen Baustellen der Gruber GmbH wurden je ein Angebot nach der bisherigen Methode der Geschäftsführung und eines mithilfe des Excel-Tools erstellt und verglichen. Es wurden die Nachkalkulationen mit den Angeboten lt. Excel-Tool gegenübergestellt. Sie weisen eine Abweichung der Kosten iHv -0,31 % und der Arbeitszeit von -1,14 % auf. Somit erlaubt das Tool eine verlässliche Kalkulation von Angeboten. Das entwickelte Excel-Tool unterstützt die Geschäftsführung künftig bei der verursachungsgerechteren Angebotslegung und liefert Informationen zur kurzfristigen Preisuntergrenze. Für eine weitere Verbesserung der Kalkulationsgenauigkeit ist die kontinuierliche Erfassung und Ergänzung zusätzlicher Zeiterfassungsdaten empfehlenswert. In Zukunft wäre eine Erweiterung des Tools durch automatisierte Schnittstellen zum Buchungssystem oder einer Plan-Kostenrechnung möglich.
In der vorliegenden Masterarbeit wird untersucht, welche Vorteile und Potenziale sich durch die Anwendung des Fast Close für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) zur Verkürzung der Jahresabschlusserstellung ergeben. Dabei werden Möglichkeiten zur Verlagerung, Optimierung und Vereinfachung sowie potenzielle Herausforderungen und Risiken in diesem Kontext beleuchtet. Schließlich werden Maßnahmen erarbeitet, die eine erfolgreiche Umsetzung eines Fast Close erleichtern bzw. überhaupt erst ermöglichen. Die Ausarbeitung erfolgt durch eine Literaturrecherche, deren Ergebnisse mittels empirischer Sozialforschung in Form einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz ergänzt werden. Aus der vorliegenden Abhandlung geht hervor, dass der Fast Close für KMU Potenziale bietet, die sich vor allem in der Verkürzung der Abschlussdauer und der Verlagerung zeitkritischer Tätigkeiten in vorgelagerte Perioden zeigen. Dies ermöglicht eine Entlastung der Abschlussphase, eine gleichmäßigere Verteilung der Arbeitsbelastung und eine höhere Prozessstabilität. Die Einführung moderner Technologien wie ERP-Systeme und Automatisierungstools tragen zudem maßgeblich zur Effizienzsteigerung bei, reduzieren die Fehleranfälligkeit und verbessern die Qualität der Finanzdaten. Die Analyse zeigt, dass die Standardisierung von Prozessen und die Einführung klarer Verantwortlichkeiten wesentliche Erfolgsfaktoren für KMU sind, um ihre internen Abläufe zu optimieren und die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen zu stärken. Darüber hinaus erleichtert die Automatisierung von Routineaufgaben die Vereinfachung der Abschlussprozesse, was für KMU mit begrenzten personellen Ressourcen von Vorteil ist. Die Erkenntnisse der Masterarbeit verdeutlichen, dass der Fast Close für KMU als strategisches Instrument genutzt werden kann, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Trotz der Herausforderungen – wie bspw. der Ressourcenknappheit oder der Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung – zeigt sich, dass KMU mit den richtigen Strategien und Technologien in der Lage sind, ihre Abschlussprozesse in nachhaltiger Weise zu verbessern.
Das Kooperationsunternehmen Magna Powertrain mit Sitz in Lannach bei Graz ist mit immer komplexeren Beschaffungsvorgängen konfrontiert. Eine Sonderform in der automobilen Beschaffungspolitik sind Directed Buy Vereinbarungen, womit ein Automobilhersteller versucht, seinen Einflussbereich auf die gesamte Lieferkette auszuweiten. Magna Powertrain ist als direktes Zulieferunternehmen angewiesen, einen vom Kunden vorgeschriebenen Unterlieferanten für die Beschaffung eines bestimmten Bauteils heranzuziehen und in der Angebotslegung zu berücksichtigen. Ziel der Masterarbeit ist es, Zukaufmaterialen, die aus speziellen Directed Buy Vereinbarungen stammen, in die Angebotskalkulation des Kooperationspartners zu integrieren, damit die für Magna Powertrain entstandenen Kosten für Directed Buy Parts abgedeckt werden können. Damit eine Vorgehensweise für den Ausweis von Directed Buy Parts in Angebotskalkulationen erarbeitet werden kann, ist im ersten Schritt eine Analyse der Literatur erforderlich. Ein theoretischer Schwerpunkt der Masterarbeit ist der Vergleich von den unterschiedlichen Formen der Sublieferantensteuerung. Im zweiten Abschnitt des Theorieteils werden die Kostenrechnungsverfahren des Kooperationspartners erläutert und eine mögliche Anwendung der Prozesskostenrechnung analysiert. Nach der Literaturrecherche wurden acht leitfadengestützte Interviews geführt, um die derzeitige Situation in Bezug auf den Einsatz von Directed Buy Parts darzustellen und Anforderungen an einen neuen Bewertungsvorgang zu erheben. Die Interviewergebnisse haben hervorgebracht, dass sich Directed Buy Parts hinsichtlich ihres Wertes und den für Magna Powertrain verursachten Aufwand unterscheiden. Aufbauend auf dieser Erkenntnis wurde eine Vier-Felder-Matrix gebildet. Für jede Kategorie wurde eine Vorgehensweise erarbeitet, wie Directed Buy Parts in Angebotskalkulationen miteinberechnet werden können. Quantitative Beispielfälle haben gezeigt, dass für Directed Buy Parts, deren Aufwand als hoch eingestuft wird, große Auswirkungen auf den Verkaufspreis festgestellt werden konnten. Eine höhere Beaufschlagung für aufwendige Directed Buy Parts wurde gewählt, damit der Kooperationspartner seine entstandenen Kosten weiterverrechnen kann. Es gilt jedoch zu beachten, dass die höheren Aufschläge für Directed Buy Parts die Gewinnspanne verändern können, wenn ein vorab vereinbarter Verkaufspreis nicht überschritten werden darf.
Optimierung des internen Projektcontrolling-Prozesses eines Unternehmens im Bauprojektmanagement
(2025)
Controlling ist ein zentrales Element der Unternehmenssteuerung und in unterschiedlichen Ausprägungen in Verwendung. Für die Kooperationspartnerin, ein Klein- und Mittelunternehmen, das projektbezogene Dienstleistungen für Bauprojekte erbringt, ist das Projektcontrolling von hoher Relevanz. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen und die Anforderungen an das interne Projektcontrolling haben sich dadurch verändert. Ziel dieser Arbeit ist die Modellierung eines optimierten Projektcontrolling-Prozesses, der die Anforderungen eines Multiprojektmanagements erfüllt und nicht nur auf Einzelprojektebene projektinterne und übergeordnete Steuerungsmaßnahmen während der Projektlaufzeit ermöglicht. Eine Prozessidentifikation und die vorhandenen Projektcontrolling-Dateien dienen als Grundlage für die Ist-Analyse und das Erkennen von Defiziten. Mit geeigneten Methoden der Verbesserung und den erhobenen Anforderungen und zukünftigen Herausforderungen wird der Soll-Prozess gestaltet und die Möglichkeiten der Implementierung werden erörtert. Optimierungspotenzial ist in allen Phasen des erhobenen Prozesses vorhanden. Wesentliche Änderungen liegen in der Vorbereitungsphase, die eine detailliertere Gliederung der Planung für die Durchführung des ergänzten Soll-Ist-Vergleichs erforderlich macht. Der Informationsaustausch mit dem operativen Projektmanagement ist für die Beurteilung von Abweichungen zu verbessern und der Prozess für die Steuerungsmaßnahmen ist wesentlich für den Erfolg eines Projektes. In der Endphase sind die Ergebnisse der Abschlussanalyse und die gewonnenen Erkenntnisse zu dokumentieren. Die Implementierung des Soll-Prozesses im Unternehmen kann stufenweise erfolgen. In der ersten Stufe werden die Projektcontrolling-Dateien an die neuen Anforderungen angepasst und ergänzt. Für Einzelprojekte ist der Prozess in der optimierten Variante auch mit Excel-Unterstützung umsetzbar. Die Eignung für mehrere Projekte ist auf Grund großer Datenmengen nur eingeschränkt gegeben. Deshalb sieht die zweite und dritte Optimierungsstufe den Einsatz von fertigen Software-Lösungen vor, die speziell für das Projektcontrolling entwickelt worden sind. Ein für die Kooperationspartnerin erstelltes Lastenheft definiert die erforderlichen Funktionalitäten und mittels Marktrecherche konnte eine Auswahl an potenziellen Anbieter*innen getroffen werden. Die strategische Entscheidung, welche Optimierungsstufe im Unternehmen umgesetzt wird, obliegt der Kooperationspartnerin. Zur Unterstützung der Entscheidungsfindung ist der Einsatz einer Nutzwertanalyse zu empfehlen.
Diese Masterarbeit befasst sich mit der Optimierung der Kosten- und Leistungsrechnung (KORE) in der Bauwirtschaft, um das Risiko von Insolvenzen zu reduzieren. Angesichts der hohen Insolvenzrate in dieser Branche ist das Thema von besonderer Relevanz, da präzise Kalkulationen und effektives Risikomanagement entscheidend für die finanzielle Stabilität sind. Ziel der Arbeit ist es, zentrale Maßnahmen zur Verbesserung der KORE zu identifizieren und praktische Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Untersuchung kombiniert theoretische Analysen mit zehn qualitativen Expert*inneninterviews, um Optimierungspotenziale systematisch zu analysieren. Wesentliche Ergebnisse zeigen, dass die Digitalisierung von Prozessen, die Integration von Frühwarnsystemen und Abweichungskontrollen sowie eine engere Verzahnung zwischen kaufmännischen und technischen Abteilungen zentrale Elemente für eine erfolgreiche Umsetzung sind. Insbesondere kleine Unternehmen profitieren von standardisierten Prozessen und digitalen Tools wie Building Information Modeling (BIM), die Transparenz und Effizienz steigern. Ergänzend wurde die Bedeutung der Nutzung etablierter Normen wie der ÖNORM B 2061 und der sogenannten K-Blätter hervorgehoben.
Aus der Analyse lassen sich konkrete Empfehlungen ableiten, darunter die stärkere Integration von Bauplanung, Kostenrechnung und Finanzbuchhaltung, die frühzeitige und korrekte Ausstellung von Rechnungen sowie die Verhandlung vorteilhafter Zahlungskonditionen. Eine systematische Schulung des Personals mit Fokus auf interdisziplinäre Kompetenzen stellt einen Schlüsselfaktor zur nachhaltigen Reduktion von Risiken dar.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine strategische Optimierung der KORE nicht nur finanzielle Risiken reduziert, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen langfristig stärkt. Zukünftige Forschung sollte sich auf die Weiterentwicklung nachhaltiger Berichterstattung und die Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit konzentrieren, um die Bauwirtschaft noch krisensicherer zu machen.
Die freiwillige Erstellung eines Konzernabschlusses in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit Konzernstruktur gewinnt insbesondere für Unternehmen, welche nicht den gesetzlichen Vor-schriften zur Konzernrechnungslegung unterliegen, immer mehr an Bedeutung. Ein freiwilliger Konzernabschluss bietet Vorteile wie erhöhte Transparenz für interne und externe Adressat*in-nen und verbessert somit Entscheidungsgrundlagen, stellt jedoch gleichzeitig hohe Anforderun-gen an die Ressourcen und Kompetenzen der Unternehmen, insbesondere bei der Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS).
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die Potenziale und Risiken freiwilliger Konzernabschlüsse sowie die praktische Relevanz der IFRS für KMU. Die Untersuchung kombiniert eine systemati-sche Literaturrecherche mit leitfadengestützten Experteninterviews. Die durchgeführte qualitative In-haltsanalyse gibt Einblicke in die Motive sowie Herausforderungen und Auswirkungen, die mit der freiwilligen Erstellung von Konzernabschlüssen und der Anwendung der IFRS verbunden sind.
Die Ergebnisse dieser Masterarbeit zeigen, dass freiwillig erstellte Konzernabschlüsse sowie die fakultative Anwendung der IFRS die Transparenz und Vergleichbarkeit der finanziellen Situation der Unternehmen verbessern, die Kapitalbeschaffung erleichtern und strategische Steuerungs-prozesse unterstützen. Die Herausforderungen liegen insbesondere in den hohen Kosten, dem beträchtlichen Zeitaufwand und den anspruchsvollen Anforderungen, die mit der Anwendung der IFRS verbunden sind.
Die vorliegende Arbeit empfiehlt KMU vor der Entscheidung für einen freiwilligen Konzernab-schluss oder der freiwilligen Anwendung der IFRS eine fundierte Kosten-Nutzen-Analyse durch-zuführen. Die Einbindung von externen Berater*innen wie Steuerberatungskanzleien wird als es-senziell erachtet, um die Ein- und kontinuierliche Weiterführung effizient zu gestalten.
Zukünftige Studien sollten sich mit der Entwicklung standardisierter, kostenreduzierender Pro-zessmodelle in der Konzernrechnungslegung und in der Implementierung der IFRS beschäftigen. Darüber hinaus wird angeraten die langfristigen wirtschaftlichen Effekte freiwilliger Konzernab-schlüsse sowie die IFRS-Anwendung auf die Wettbewerbsfähigkeit von KMU zu untersuchen.
Die KGT Gebäudetechnik GmbH erbringt Bauleistungen in Deutschland. Überschreiten die Bauausführungen eine Dauer von zwölf Monaten, führt dies gemäß Art. 5 Abs 3 OECD-MA zur Begründung einer Montagebetriebsstätte im Tätigkeitsstaat. Aufgrund der Selbstständigkeitsfiktion ist diesen Betriebsstätten ein angemessener Gewinnanteil zuzurechnen. Bisher erfolgte keine Betriebsstättengewinnermittlung. Im Zuge der Montagen wird österreichisches Personal der Kooperationspartnerin nach Deutschland entsendet. Das Montagepersonal hat 183 Anwesenheitstage im Tätigkeitsstaat bislang unterschritten. Die begünstigte Auslandstätigkeit nach § 3 Abs 1 Z 10 EStG kam bisher nicht zur Anwendung. Zielsetzung dieser Arbeit ist es, ein Konzept zu schaffen, um die in Deutschland pflichtigen Abgaben, gemäß der deutschen und abkommensrechtlichen Vorschriften korrekt zu ermitteln. Weiters sollen die steuerlichen Auswirkungen auf das entsendete Montagepersonal aufgezeigt werden.
Anhand des Beispiels der Betriebsstätte Amazon Rostock wird veranschaulicht, welche Schritte für die Ermittlung eines angemessenen Betriebsstättengewinns nötig sind. Es wird gezeigt, wie eine Funktions- und Risikoanalyse durchzuführen ist und wie die Charakterisierung der Geschäftseinheiten zu erfolgen hat. Die Auswahl der Verrechnungspreismethode hat schwerwiegenden Einfluss auf das Betriebsstättenergebnis. Die Analyse zeigt, dass die Resultate der Kostenaufschlagsmethode signifikant von den Ergebnissen der Kostenschlüsselmethode abweichen. Ferner wird veranschaulicht, welche Steuerlast sich aufgrund des Betriebsstättenergebnisses in Deutschland ergibt.
Am Beispiel des fiktiven Monteur X werden die quantitativen Folgen einer beschränkten Steuerpflicht in Deutschland aufgezeigt. Die Ergebnisse beruhen auf den Bestimmungen des deutschen Einkommensteuergesetzes. Darüber hinaus wird veranschaulicht, wie eine Doppelbesteuerung des Einkommens im Ansässigkeitsstaat Österreich vermieden wird. Es wird ausgeführt, welche Kriterien für die Anwendung der begünstigten Auslandstätigkeit gegeben sein müssen und welche Steuerersparnis sich durch die Begünstigung ergibt. Die theoretische Forschung umfasst eine ausführliche Literaturrecherche. Im Rahmen der empirischen Forschung, erfolgt die Durchführung einer Gruppendiskussion mit Vertretern der Kooperationspartnerin. Um Berechnungen anstellen zu können werden Unternehmensdaten der KGT Gebäudetechnik GmbH erhoben. Diese Daten werden analysiert und ausgewertet.
Diese Masterarbeit legt den Grundstein für künftige Betriebsstättenergebnisabgrenzungen der Kooperationspartnerin.
Purchase-to-Pay Prozess
(2024)
Unternehmen stehen durch die fortschreitende Digitalisierung und den Einsatz neuer Technologien vor vielfältigen Chancen und Herausforderungen, die ihre Geschäftsprozesse grundlegend beeinflussen. Produktionsunternehmen sind davon besonders stark betroffen, da ihre Wettbewerbsfähigkeit von reibungslosen Abläufen abhängt, um flexibel auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können.
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Purchase-to-Pay Prozess von Produktionsunternehmen. Dabei liegt der Fokus auf Deep Learning, einer selbstlernenden Form der Künstlichen Intelligenz. Grundlage der Untersuchung ist eine umfassende Analyse relevanter Fachliteratur sowie die qualitative Befragung von Expert*innen aus Produktionsunternehmen, die praxisorientierte Einblicke liefern.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowohl neue Möglichkeiten bietet als auch Risiken birgt. Dabei stehen insbesondere die Auswirkungen auf die einzelnen Prozesse, die Datenqualität sowie die mit der Implementierung verbundenen Risiken im Fokus. Zudem wird die Rolle der Mitarbeiter*innen und deren Qualifikationsprofile für strategische und operative Aufgaben betrachtet, die durch Künstliche Intelligenz ergänzt oder verändert wer-den.
Abschließend gibt die Arbeit einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Besonders wichtig wird es sein, die damit verbundenen technischen und
organisatorischen Herausforderungen zu meistern, um das volle Potenzial von Künstlicher Intelligenz zu nutzen. Unternehmen müssen weiterhin hohe Implementierungskosten und datenschutz-rechtliche Hürden überwinden. Kleine Unternehmen könnten dabei im Vergleich zu großen Wettbewerbern benachteiligt werden. Ein zentraler Aspekt ist zudem die künftige Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine, wobei die Stärken des Menschen mit den technologischen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz kombiniert werden müssen, um eine optimale Integration zu erreichen.
Bei der Trennung von Forschungs- und Entwicklungsphasen sowie bei der Aktivierbarkeit von Entwicklungskosten ergeben sich teilweise erhebliche Ermessensspielräume durch den IAS 38. Aufgrund der starken Expansion der ams AG befürchtet man, dass diese Ermessensspielräume innerhalb des Konzerns künftig nicht mehr einheitlich interpretiert werden. Aus diesem Grund werden in der vorliegenden Arbeit Richtlinien für ams ausgearbeitet, welche gruppenweit angewendet werden können, um dadurch Interpretationsspielräume bei der Bilanzierung von Forschungs- und Entwicklungskosten innerhalb des Konzerns zu vermindern bzw. auszuschließen. Die Richtlinien beziehen sich auf die Phasentrennung und Ansatzkriterien des IAS 38, die Erstbewertung und Folgebewertung aktivierter Entwicklungskosten sowie auf Ergänzungen und Verbesserungen hinsichtlich der bestehenden Anhangangaben von ams. Als Ergebnis wurde eine Phasentrennung anhand von Meilensteinen und getrennt aufgesetzten Projekten je Phase vorgeschlagen. Zusätzlich wurden konkrete Nachweise für ams abgeleitet, welche die Erfüllung der Ansatzkriterien des IAS 38.57 rechtfertigen. Hinsichtlich der Erstbewertung wurde definiert, ab wann eine direkte Zurechenbarkeit der Herstellungskosten zum Vermögenswert besteht, was die Voraussetzung für eine Aktivierung von Entwicklungskosten ist. Weiters wurde hier ein Konzept für eine gruppenweit einheitliche Stundensatzkalkulation vorgestellt. Die Analyse von Anhangangaben mit vergleichbaren Unternehmen hat ergeben, dass zusätzliche Angaben in den Bilanzierungsrichtlinien, in den Erläuterungen zur Konzern-GuV sowie im Anlagenspiegel von ams ergänzt werden sollten, um die Transparenz für den Abschlussadressaten zu erhöhen. Bei der Abschätzung der Nutzungsdauer als Teil der Folgebewertung wurde festgelegt, dass diese projektspezifisch vom betroffenen Projektleiter erfolgen sollte. Außerdem wurden für ams konkret anwendbare Triggering Events sowie ein Konzept für eine einheitliche Ermittlung des Nutzungswertes bezogen auf aktivierte Entwicklungskosten empfohlen. Im Rahmen einer theoretischen Analyse wurden die Bestimmungen und Ermessensspielräume des IAS 38 aufgezeigt. Um die Vorgehensweise anderer Unternehmen in der Praxis zu berücksichtigen, wurde eine qualitative Befragung von börsennotierten Unternehmen per E-Mail als auch ein Interview mit einem Wirtschaftsprüfer durchgeführt. Die Ergebnisse wurden schließlich in praktisch anwendbare Richtlinien für ams zusammengeführt. Die ausgearbeiteten Richtlinien können von ams künftig in den internen Bilanzierungsstandard implementiert und innerhalb des Konzerns ausgerollt werden. Da in den Richtlinien die wesentlichsten Aspekte der Bilanzierung von Forschungs- und Entwicklungskosten abgedeckt sind, tragen diese bedeutsam dazu bei, eine einheitliche Bilanzierung zu gewährleisten und Ermessensspielräume weitgehend zu limitieren bzw. zu eliminieren.
