Refine
Document Type
- Master's Thesis (3)
Language
- German (3)
Has Fulltext
- yes (3)
Is part of the Bibliography
- yes (3)
Keywords
- Digitalisierung (1)
- Geschäftsmodell (1)
- Internet der Dinge (1)
- Produktinnovation (1)
Institute
Durch die stetig steigenden Anforderungen an die Industrie werden Unternehmen gefordert, ihre bestehenden Geschäftsmodelle ständig in Frage zu stellen. Vor allem viele kleine und mittlere Unternehmen können aufgrund ihrer begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen dem ständigen Wandel nicht standhalten. Auch die Sondermaschinenbaubranche ist vor derartigen Herausforderungen nicht gefeit. Im Rahmen dieser Arbeit wird ein Vorgehensmodell entwickelt, welches es kleinen und mittleren Unternehmen in der Sondermaschinenbaubranche ermöglichen soll, Schritt für Schritt das eigene Geschäftsmodell weiterzuentwickeln oder gegebenenfalls völlig neu zu entwerfen. Im Theorieteil werden hierzu im ersten Schritt die Charakteristika der Sondermaschinenbaubranche sowie die Technologie des Rührreibschweißens, welche als konkretes Beispiel für den Praxisteil herangezogen wird, näher erläutert. Durch das Analysieren bestehender literarischer Geschäftsmodellansätze und Vorgehensmodelle zur Geschäftsmodellentwicklung wird in Erfahrung gebracht, welche Elemente für ein Vorgehensmodell im Sondermaschinenbau essentiell sind. Zur Abarbeitung der einzelnen Phasen des Vorgehensmodells wird eine Auswahl an effektiven Methoden und Aktivitäten vorgeschlagen. Der Praxisteil beinhaltet die Durchführung des theoretischen Vorgehensmodells anhand des konkreten Beispiels des steirischen Familienunternehmens HAGE Sondermaschinenbau GmbH & Co KG. Ziel hierbei ist es, das derzeitige Geschäftsmodell von HAGE im Bereich des Rührreibschweißens weiterzuentwickeln und somit die Marktposition des Unternehmens für die Zukunft zu sichern. Die praktische Anwendung des Vorgehensmodells erfolgt dabei mittels firmeninterner Workshops, qualitativer Kunden- und Experteninterviews sowie zahlreicher Recherchen. Die daraus gewonnenen Daten finden sich im Anschluss in drei vorgeschlagenen Geschäftsmodellvarianten wieder. Um eine konkrete Handlungsempfehlung abgeben zu können, erfolgt in der letzten Phase die Auswahl einer Variante anhand zuvor definierter Rahmenbedingungen. Das Ergebnis des empirischen Teils zeigt, dass das im theoretischen Teil entwickelte Vorgehensmodell eine geeignete Methode der Geschäftsmodellentwicklung für Sondermaschinenhersteller darstellt. Die finale Geschäftsmodellvariante umfasst ein klar definiertes und strukturiertes Gebilde aus unterschiedlichen Geschäftsmodellelementen, welche speziell auf die Anforderungen der Kunden abgestimmt sind.
Digitalisierung ist wesentlich, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen in der Verbundwerkstoffindustrie. Aufgrund von Preisdruck durch asiatische und osteuropäische Hersteller, sowie höheren Qualitätsanforderungen der Kunden, ist es für Unternehmen unerlässlich, das Maximum aus ihrem Input herauszuholen und den Wirtschaftsstandort Österreich zu sichern.
Ziel der Masterarbeit ist es, eine idealtypische Vorgehensweise zur Generierung eines neuen Geschäftsmodells zu entwickeln. Dies erfolgt auf Basis von Digitalisierungspotenzialen für Unternehmen, die in der Fahrradbranche und im Speziellen in der Produktion von Laufrädern aus faserverstärktem Kunststoff tätig sind. Basierend auf den bestehenden Methoden zur Geschäftsmodellentwicklung und in Kombination mit den Technologien der Digitalisierung sowie den relevanten Faktoren bei der Herstellung von Verbundwerkstoff-Komponenten wird ein sechsstufiges Vorgehensmodell präsentiert. Das Alleinstellungsmerkmal dieses Modells ist die Implementierung eines Werkzeugs zur Bewertung von Digitalisierungspotenzialen im eigenen Unternehmen.
Die Phasen der Vorgehensweise sind: Interne sowie externe Situationsanalyse, erheben sowie bewerten von Digitalisierungspotenzialen, Ideengenerierung mit anschließendem Geschäftsmodell-Prototyping und Bewertung der neuen Geschäftsmodellvarianten sowie Auswahl eines zukünftig erfolgversprechenden Geschäftsmodells. Alle Abschnitte werden im empirischen Teil dieser Masterarbeit durch eine Befragung von Experten der Sparte Digitalisierung und Geschäftsmodellentwicklung evaluiert und den Ergebnissen entsprechend angepasst.
Die Durchführung der sechs Bereiche erfolgt Schritt für Schritt in Kooperation mit dem Unternehmen XeNTiS Composite Entwicklungs- und Produktions GmbH. Ergänzend zur unternehmensinternen Analyse werden zur externen Situationsanalyse drei direkte Konkurrenten und zwei branchenfremde Unternehmen herangezogen. Auf Basis der Situationsanalyse geschieht die Erhebung von Digitalisierungspotenzialen in der Firma XeNTiS Composite Entwicklungs- und Produktions GmbH. Zur Bewertung dieser erhobenen Potenziale erfolgt eine Kundenbefragung unter Verwendung einer Onlineplattform. Die Ideengenerierung in Phase Fünf des Vorgehensmodells fundiert auf den erlangten Erkenntnissen der vorangegangenen Aktivitäten und wird durch einen unternehmensinternen Kreativitätsworkshop mit interdisziplinären Teilnehmern realisiert. Darauf aufbauend erfolgt die Erstellung von drei Geschäftsmodellvarianten, die in der letzten Phase des Vorgehensmodells durch Experten der Fahrradbranche mittels Interviews evaluiert und angepasst werden.
Das Endergebnis ist das Geschäftsmodell „SmartWheel+“, das zukünftig von der XeNTiS Composite Entwicklungs- und Produktions GmbH umgesetzt werden kann. Dieses Business Model umfasst ein intelligentes Composite-Laufrad, das mit der unternehmenseigenen XeNTiS-Smartphone-App vernetzt werden kann sowie ein individuell angepasstes Servicepaket für User inklusive Versicherung. Durch ein erweitertes Ertragsmodell ist es möglich, zusätzlich zum Umsatz pro verkaufter Einheit, Ertrag durch Prämien, Werbung und Nutzerdaten zu generieren.
Besonders für bestehende KMU wird die bevorstehende digitale Transformation in Organisationen als große Herausforderung wahrgenommen. Allzu oft wird Digitalisierung „nur“ mit einem Webshop oder auch mit anderer softwarebasierender Automatisierung von existierenden Abläufen gleichgesetzt. Dabei werden das wesentliche Kernthema und Potential dieser Transformation verkannt, nämlich die Fähigkeit, zusätzlich Daten zu sammeln und daraus zielgerichtet Informationen und Wissen zu generieren. Aus solchen zusätzlichen Erkenntnissen ist es einer Organisation nun möglich, verbesserte Prozesse, neue Wertschöpfungsmodelle und steigende Kundenzufriedenheit zu realisieren. In diesem Feld setzt auch das Konzept vom „Internet der Dinge“ an. Entstanden ist es aus den fortgeschrittenen Möglichkeiten von Internet, Kommunikationstechnologien, Sensoren und Computing. Erweitert betrachtet ist das „Internet of Things“ (IoT) ein digitales Nervensystem, das auch bis in die reale Welt reicht. Dadurch wird es zum Werkzeug, welches es nun ermöglicht Methoden und Veränderungen, bis jetzt auf Software beschränkt waren, auch mit realen bereits existierenden Dingen zu kombinieren. Der Inhalt der Arbeit handelt von der zielgerichteten Unterstützung von KMU zur Identifizierung von möglichen Innovationspotentialen unter Verwendung der IoT Technologie. Um dies zu realisieren, wurde ein kompaktes Modell zur Identifizierung solcher Potentialen für Unternehmen erstellt und angewendet. Dieser Vorgang wurde von einer praktisch und innovationsorientierten Themenfindung unterstützt. Es wurden dabei neue Anwendungsfelder und Möglichkeiten für Entwicklungspotentiale identifiziert, welche dabei auch zum dem Unternehmen passen und hierbei einen konkreten Mehrwert erzeugen. Die dafür entwickelte Abfolge greift auf lösungsorientierte Anwendungsvarianten von erprobten methodischen Modellen zurück und passte diese an das spezielle Umfeld von KMU zur Durchführung an.
