Refine
Document Type
- Master's Thesis (3)
Language
- German (3)
Has Fulltext
- yes (3)
Is part of the Bibliography
- yes (3)
Keywords
- Geschäftsmodell (2)
- Digitalisierung (1)
- Produktinnovation (1)
Institute
Oft entstehen innovative Geschäftsmodelle aus einer Notsituation heraus, bei der Unternehmen gezwungen sind, Veränderungen am bestehenden Geschäftsmodell vorzunehmen. Ein erfolgreiches Unternehmen sollte jedoch auch in wirtschaftlich erfolgreichen Zeiten über Verbesserungen oder eine Neugestaltung seines Geschäftsmodells nachdenken. Die Gründung des Tochterunternehmen Medizinalcannabis Vertriebs GmbH wurde genau aus diesem Grund fokussiert. Ein Unternehmen im Handel mit medizinischen Cannabisprodukten zu gründen und zu etablieren bringt viel Aufwand und einiges an Überlegung mit sich. Durch die starke gesetzliche Regulierung am Markt sind viele Rahmenbedingungen fix vorgegeben und müssen strikt befolgt werden. Somit ist das Innovationspotenzial für diese Branche in vielen Bereichen nicht möglich und in den wenigen anderen nur schwer identifizier- und umsetzbar. Im Rahmen dieser Arbeit wird ein Vorgehensmodell erarbeitet, welches Aufschluss über mögliche Differenzierungen und Potenziale am Markt geben soll, um es bei dem Unternehmen Medizinalcannabis Vertriebs GmbH anwenden zu können. Auch soll eine mögliche Marktetablierung in sämtlichen Segmenten der Cannabisbranche fokussiert werden, um die Reaktionsfähigkeit am Markt zu steigern. Der Theorieteil behandelt die Thematik von Geschäftsmodellen im Allgemeinen und erklärt Tools und Instrumente, welche bei der Entwicklung hilfreich sind. Das Ergebnis des theoretischen Teils bildet das Grundgerüst eines Vorgehensmodells. Durch den praktischen Teil, welcher die Durchführung von Experteninterviews beinhaltet, sollen die erarbeiteten Erkenntnisse bewiesen bzw. widerlegt werden und überprüft werden, ob sie auch in der Praxis eine Rolle spielen. Im Rahmen der Ergebnispräsentation der Experteninterviews werden die Kernaussagen der Gesprächspartner präsentiert und in einen Gesamtkontext gesetzt. Hier zeigt sich stark der Einfluss der gesetzlichen Regulatorien. Die Einarbeitung der Erkenntnisse führt zu einem endgültigen Vorgehensmodell, welches nun für die Branche im Handel mit medizinischen Cannabisprodukten anwendbar ist und einen Leitfaden geben soll, welcher Handlungsspielraum für Innovation vorhanden ist und wie sich daraus Potenzial und Erlös abschöpfen las-sen. Aufgrund des geringen Spielraumes durch gesetzliche Vorgaben, erfolgt die Potenzialidentifizierung hauptsächlich im Bereich des Werteangebotes und des starken Netzwerkes. Im Schlusskapitel wird das Vorgehensmodell mit den Erkenntnissen aus den Einzelinterviews angereichert und so für die Einführung und Anwendung in der Praxis vorbereitet.
Durch die stetig steigenden Anforderungen an die Industrie werden Unternehmen gefordert, ihre bestehenden Geschäftsmodelle ständig in Frage zu stellen. Vor allem viele kleine und mittlere Unternehmen können aufgrund ihrer begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen dem ständigen Wandel nicht standhalten. Auch die Sondermaschinenbaubranche ist vor derartigen Herausforderungen nicht gefeit. Im Rahmen dieser Arbeit wird ein Vorgehensmodell entwickelt, welches es kleinen und mittleren Unternehmen in der Sondermaschinenbaubranche ermöglichen soll, Schritt für Schritt das eigene Geschäftsmodell weiterzuentwickeln oder gegebenenfalls völlig neu zu entwerfen. Im Theorieteil werden hierzu im ersten Schritt die Charakteristika der Sondermaschinenbaubranche sowie die Technologie des Rührreibschweißens, welche als konkretes Beispiel für den Praxisteil herangezogen wird, näher erläutert. Durch das Analysieren bestehender literarischer Geschäftsmodellansätze und Vorgehensmodelle zur Geschäftsmodellentwicklung wird in Erfahrung gebracht, welche Elemente für ein Vorgehensmodell im Sondermaschinenbau essentiell sind. Zur Abarbeitung der einzelnen Phasen des Vorgehensmodells wird eine Auswahl an effektiven Methoden und Aktivitäten vorgeschlagen. Der Praxisteil beinhaltet die Durchführung des theoretischen Vorgehensmodells anhand des konkreten Beispiels des steirischen Familienunternehmens HAGE Sondermaschinenbau GmbH & Co KG. Ziel hierbei ist es, das derzeitige Geschäftsmodell von HAGE im Bereich des Rührreibschweißens weiterzuentwickeln und somit die Marktposition des Unternehmens für die Zukunft zu sichern. Die praktische Anwendung des Vorgehensmodells erfolgt dabei mittels firmeninterner Workshops, qualitativer Kunden- und Experteninterviews sowie zahlreicher Recherchen. Die daraus gewonnenen Daten finden sich im Anschluss in drei vorgeschlagenen Geschäftsmodellvarianten wieder. Um eine konkrete Handlungsempfehlung abgeben zu können, erfolgt in der letzten Phase die Auswahl einer Variante anhand zuvor definierter Rahmenbedingungen. Das Ergebnis des empirischen Teils zeigt, dass das im theoretischen Teil entwickelte Vorgehensmodell eine geeignete Methode der Geschäftsmodellentwicklung für Sondermaschinenhersteller darstellt. Die finale Geschäftsmodellvariante umfasst ein klar definiertes und strukturiertes Gebilde aus unterschiedlichen Geschäftsmodellelementen, welche speziell auf die Anforderungen der Kunden abgestimmt sind.
Digitalisierung ist wesentlich, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen in der Verbundwerkstoffindustrie. Aufgrund von Preisdruck durch asiatische und osteuropäische Hersteller, sowie höheren Qualitätsanforderungen der Kunden, ist es für Unternehmen unerlässlich, das Maximum aus ihrem Input herauszuholen und den Wirtschaftsstandort Österreich zu sichern.
Ziel der Masterarbeit ist es, eine idealtypische Vorgehensweise zur Generierung eines neuen Geschäftsmodells zu entwickeln. Dies erfolgt auf Basis von Digitalisierungspotenzialen für Unternehmen, die in der Fahrradbranche und im Speziellen in der Produktion von Laufrädern aus faserverstärktem Kunststoff tätig sind. Basierend auf den bestehenden Methoden zur Geschäftsmodellentwicklung und in Kombination mit den Technologien der Digitalisierung sowie den relevanten Faktoren bei der Herstellung von Verbundwerkstoff-Komponenten wird ein sechsstufiges Vorgehensmodell präsentiert. Das Alleinstellungsmerkmal dieses Modells ist die Implementierung eines Werkzeugs zur Bewertung von Digitalisierungspotenzialen im eigenen Unternehmen.
Die Phasen der Vorgehensweise sind: Interne sowie externe Situationsanalyse, erheben sowie bewerten von Digitalisierungspotenzialen, Ideengenerierung mit anschließendem Geschäftsmodell-Prototyping und Bewertung der neuen Geschäftsmodellvarianten sowie Auswahl eines zukünftig erfolgversprechenden Geschäftsmodells. Alle Abschnitte werden im empirischen Teil dieser Masterarbeit durch eine Befragung von Experten der Sparte Digitalisierung und Geschäftsmodellentwicklung evaluiert und den Ergebnissen entsprechend angepasst.
Die Durchführung der sechs Bereiche erfolgt Schritt für Schritt in Kooperation mit dem Unternehmen XeNTiS Composite Entwicklungs- und Produktions GmbH. Ergänzend zur unternehmensinternen Analyse werden zur externen Situationsanalyse drei direkte Konkurrenten und zwei branchenfremde Unternehmen herangezogen. Auf Basis der Situationsanalyse geschieht die Erhebung von Digitalisierungspotenzialen in der Firma XeNTiS Composite Entwicklungs- und Produktions GmbH. Zur Bewertung dieser erhobenen Potenziale erfolgt eine Kundenbefragung unter Verwendung einer Onlineplattform. Die Ideengenerierung in Phase Fünf des Vorgehensmodells fundiert auf den erlangten Erkenntnissen der vorangegangenen Aktivitäten und wird durch einen unternehmensinternen Kreativitätsworkshop mit interdisziplinären Teilnehmern realisiert. Darauf aufbauend erfolgt die Erstellung von drei Geschäftsmodellvarianten, die in der letzten Phase des Vorgehensmodells durch Experten der Fahrradbranche mittels Interviews evaluiert und angepasst werden.
Das Endergebnis ist das Geschäftsmodell „SmartWheel+“, das zukünftig von der XeNTiS Composite Entwicklungs- und Produktions GmbH umgesetzt werden kann. Dieses Business Model umfasst ein intelligentes Composite-Laufrad, das mit der unternehmenseigenen XeNTiS-Smartphone-App vernetzt werden kann sowie ein individuell angepasstes Servicepaket für User inklusive Versicherung. Durch ein erweitertes Ertragsmodell ist es möglich, zusätzlich zum Umsatz pro verkaufter Einheit, Ertrag durch Prämien, Werbung und Nutzerdaten zu generieren.
