Innovationsmanagement in der Automobilindustrie

  • Die steigende Nachfrage nach Innovationen veranlasst immer mehr Unternehmen, ihre Innovationsprozesse für Ideen von externen Partnern zu öffnen. Darunter Unternehmen unterschiedlichster Branchen, die im Rahmen ihrer strategischen Überlegungen sich dieser Herausforderung anzunehmen haben. Die Erfolgsbilanz dieser Bestrebungen variiert jedoch je nach Branche und Unternehmen erheblich. Eine etablierte Betrachtung aus der Managementliteratur zur Integration von Stakeholder sprich externe Partner, bietet die Open Innovation-Methode, die sich im Rahmen des Innovationsmanagements auf die prozessuale Sichtweise und die damit verbundene Öffnung des Innovationsprozesses konzentriert. Dieser Ansatz ermöglicht eine frühe Integration von Kundinnen und Kunden, wodurch ihre Bedürfnisse und Ideen bereits in der Entwicklungsphase berücksichtigt werden. Die Auswahl und Integration geeigneter Kundinnen und Kunden sowie die Definition von gemeinsamen Zielen sind dabei entscheidende Erfolgsfaktoren. Die Herausforderungen liegen in der Bewältigung von firmenspezifischen Unterschieden, der Sicherung des geistigen Eigentums und der Anpassung etablierter Prozesse. Demnach zielt diese Arbeit auf die Gestaltung einer effizienten und wirksamen Integration von Kundinnen und Kunden am Front End des Innovationsprozesses eines Automobilherstellers ab und konzertiert sich verstärkt auf die Komponente der betrieblichen Praxis solcher Unternehmen. Die Notwendigkeit, sich im Rahmen des zugrunde liegenden Themas anzunehmen, resultiert aus der praktischen Gegebenheit, dass die Literatur reichlich mit Arbeiten zum Thema „Kundenintegration in Dienstleistungs- sowie Industriegüterunternehmen“ geschmückt ist, die sich allerdings auf Unternehmen stutzen, mit teils weniger komplexen Produkten wie die des Automobils. Dazu gehören auch automobile Zulieferer sowie Entwicklungsdienstleister, die die Kundinnen und Kunden im Entwicklungsprozess miteinbeziehen. Diese wurden bereits in diversen Studien behandelt. Mit einer Gegenüberstellung der Besonderheiten dieser Branche und einem Vergleich von Prozessablaufen renommierter Automobilhersteller wird aufgezeigt, dass die Integration der Kundinnen und Kunden im Rahmen von Open Innovation hinsichtlich des automobilen Produktentstehungsprozesses eines Automobilherstellers in der Praxis bisher kaum stattgefunden hat. Dafür werden grundlegende strategische Aspekte der frühen Kundenintegration betrachtet, bei denen Kundinnen und Kunden in den Innovationsprozess einbezogen werden. Die frühe Kundenintegration zeichnet sich insbesondere durch eine aktive Rolle der Kundinnen und Kunden als Wertschöpfungspartner im Innovationsprozess des beteiligten Unternehmens aus und lasst sich in drei Hauptphasen: Initiierungsphase, die Vorbereitungsphase und die Realisierungsphase eingliedern. Diese prozessorientierte Betrachtung ermöglicht eine Weiterentwicklung der identifizierten Gestaltungsfelder und dient im Rahmen dynamischer Fähigkeiten als fordernd für die Entwicklungs- und Innovationsfähigkeit der zu betrachtenden Unternehmen dieser Branche. Innerhalb dieses Modells werden konkrete operative Methoden zur effizienten Einbindung der frühen aktiven Kundenintegration entlang der verschiedenen Prozesselemente entwickelt. Diese Methoden werden in Folge zusammengefasst und zu abschließenden Handlungsempfehlungen verdichtet, um die gewonnenen Erkenntnisse prägnant darzustellen.
  • The increasing demand for innovation is prompting more and more companies to open up their innovation processes to ideas from external partners. This includes companies from a wide range of industries, which have taken up this challenge as part of their strategic considerations. However, the success of these endeavours varies considerably depending on the industry and company. A popular approach from the management literature for the integration of stakeholders, i.e., external partners, is the open innovation method, which focuses on the processual perspective and the associated opening of the innovation process within the framework of innovation management. This approach enables customers to be integrated at an early stage, allowing their needs and ideas to be considered as early as the development phase. The selection and integration of suitable customers and the definition of common goals are key success factors.The challenges lie in overcoming cultural differences, safeguarding intellectual property, and adaptingestablished processes. Accordingly, this thesis aims to design and implement an efficient and effectiveintegration of customers at the front end of an automotive manufacturer's innovation process and focussesincreasingly on the strategic-processual component of the operational practice of such companies. The practical relevance of addressing this topic arises from the fact that, although there are numerous works inthe literature on the topic of "customer integration in service and industrial goods companies", these are based on companies with less complex products such as those of the automobile. This also includes automotive suppliers and development service providers that involve customers in the development process. These have already been covered in various studies. By comparing the special features of this sector and comparing the processes of renowned car manufacturers, it is shown that the integration of customers in the context of open innovation regarding the automotive product development process of a car manufacturer has hardly taken place in practice to date.In pursuit of this goal, we examine the fundamental strategic elements of involving customers early in the innovation process. Early customer integration entails engaging customers as collaborators in value creation during the initial stages of the company's innovation process and can be delineated into three primary phases: the initiation phase, the preparation phase, and the realisation phase. This processorientated approach enables the further development of the identified design fields and serves to promote the development and innovation capabilities of the companies in this sector under consideration within the framework of dynamic capabilities. Within this model, specific operational methods are developed for the efficient integration of early, active customer integration along the various process elements. These methods are then summarised and condensed into final recommendations for action to concisely present the insights gained.

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Metadaten
Author(s):Michael Haas
DOI:https://doi.org/10.58023/971
Subtitle (German):Eine Betrachtung der automobilen Produktentstehung hinsichtlich der aktiven Kundenintegration am Front-End des Fahrzeugentwicklungsprozess eines Gesamtfahrzeugherstellers
Referee:Manuela Reinisch, Michael Terler
Advisor:Manuela Reinisch
Document Type:Master's Thesis
Language:German
Year of Publication:2024
Publishing Institution:FH CAMPUS 02 (CAMPUS 02 Fachhochschule der Wirtschaft)
Granting Institution:FH CAMPUS 02 (CAMPUS 02 Fachhochschule der Wirtschaft)
Release Date:2025/04/14
GND Keyword:Open InnovationGND; InnovationsprozessGND
Page Number:iii, 206
Institutes:Innovationsmanagement
Dewey Decimal Classification:6 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 65 Management, Öffentlichkeitsarbeit / 658 Allgemeines Management
BKL-Classification:85 Betriebswirtschaft / 85.06 Unternehmensführung
Open Access:ja
Licence (German):License LogoBundesgesetz über das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Kunst und über verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz)

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