Der Einfuss von EU-Richtlinien auf die Innovationsaktivitäten von Unternehmen

  • Die weltweit steigende Menge an Abfall, insbesondere im Verpackungsbereich, stellt eine Herausforderung für den Umgang damit dar. Diese Tendenz ist weltweit zu beobachten und somit eine globale Herausforderung. Industrieländer stehen mit der höchsten (Verpackungs-)Müllproduktion an vorderster Stelle und haben eine hohe Dringlichkeit, innovativ zu sein und weitere Entwicklungen voranzutreiben. Vielfach werden die drei Rs Reduce, Reuse, Recycle als lösende Methode propagiert, wobei ein Umdenken der Handlungsweisen und Praktiken schwieriger zu sein scheint als eine technische Lösung des Problems. Diese Erkenntnis hat die Europäische Union bereits im Jahr 1994 gemacht und eine Richtlinie zum Umgang mit Abfällen verabschiedet. Im Jahr 2018 wurde diese Richtlinie novelliert und als Richtlinie 2018/852 bekannt. Sie wurde in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union bis Ende 2020 in nationales Recht umgesetzt. Mit der Richtlinie 2018/852 sind verbindliche Recyclingziele für alle Wertstoffe beschrieben, welche bis in das Jahr 2023 beziehungsweise das Jahr 2025 erreicht werden müssen. Deutschland hat den mengenmäßig höchsten Verpackungsabfall pro Kopf in der Europäischen Union, aber auch die höchste Recyclingrate. Ergänzend zu dieser Richtlinie gibt es beispielsweise die Design for Recycling Richtlinie. Diese Maßnahmen sind wiederum in den New Circular Economy Action Plan und den European Green Deal eingebunden. Letzterer hat zum Anspruch Europa bis in das Jahr 2050 zu einem klimaneutralen Kontinent zu machen. Der Weg zu den in den Richtlinien beschriebenen Zielen ist zwar nicht eindeutig definiert, bietet jedoch einen großen Spielraum sowohl für die legislative Ebene als auch für die Unternehmen, die in diesem Kontext agieren. Diese Flexibilität ermöglicht Innovationen, kann aber auch lähmend auf die Handlungsträger in der Wertschöpfungskette wirken. Gerade in der Verpackungsindustrie kommt ein Großteil der Innovationen entweder von der Kostenseite oder vom Endverbraucher. Dennoch werden auch die Anforderungen des Gesetzgebers wahrgenommen und umgesetzt. Im Rahmen des Green Deals der Europäischen Union soll nun die gesamte Wertschöpfungskette in eine nachhaltigere Ausrichtung gebracht werden, was eine unausweichliche Kommunikation und gemeinsame Entwicklung zwischen den Akteuren der Verpackungsindustrie (Verpackungsmaschinenhersteller, Packmittelhersteller, Verpackungsrecycling) erfordert. Im theoretischen Teil dieser Arbeit wird auf alle relevanten Hintergründe zu den verschiedenen Richtlinien, der nationalen Gesetzgebung, der Verpackungsindustrie sowie dem Kunststoffkreislauf und den verschiedenen Kunststoffarten eingegangen. Basierend auf den Erkenntnissen des Theorieteils werden zwei Hypothesen mit zugehörigen Unterhypothesen formuliert, welche im Anschluss an den Praxisteil beantwortet werden. Im Praxisteil wird eine qualitative Analyse der Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte der drei größten Unternehmen aus den drei größten Akteursgruppen der Verpackungsindustrie durchgeführt. Anschließend werden die Ergebnisse einer quantitativen Umfrage in denselben Unternehmen ausgewertet. Ziel ist es zu untersuchen inwiefern EU-Richtlinien einen Einfluss auf Innovationsaktivitäten haben und wie die Kommunikation der Unternehmen im Vergleich zu der Umsetzung bei den Mitarbeiter*innen steht. Die Hypothesen zur Beantwortung der Fragestellung dieser Arbeit werden anhand der Ergebnisse des Praxisteils überprüft und beantwortet. Ferner werden sechs Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Legislative abgeleitet, um die Implementierung und Anwendung der EU-Richtlinien in der Verpackungsindustrie zu beschleunigen und zu verbessern.
  • The increasing amount of waste worldwide, particularly in the packaging sector, poses a challenge for dealing with it. This trend can be observed all over the world and is therefore a global challenge. Industrialised countries are at the forefront with the highest (packaging) waste production and have a high urgency to be innovative and drive further developments. The three R's Reduce, Reuse, Recycle are often propagated as the solution, although rethinking behaviour and practices appears to be more difficult than finding a technical solution to the problem. The European Union recognised this back in 1994 and adopted a directive on waste management. In 2018, this directive was amended and became known as Directive 2018/852. It was transposed into national law in all member states of the European Union by the end of 2020. Directive 2018/852 sets binding recycling targets for all recyclable materials, which must be achieved by 2023 as well as 2025. Germany has the highest volume of packaging waste per capita in the European Union, but also the highest recycling rate. In addition to this directive, there is also the Design for Recycling Directive, among others. These measures are in turn integrated into the New Circular Economy Action Plan and the European Green Deal. The latter aims to make Europe a climate-neutral continent by 2050. Although the path to the targets described in the directives is not clearly defined, it offers a great deal of room for manoeuvre both for the legislative level and for the companies operating in this context. This flexibility enables innovation, but can also have a paralysing effect on the actors in the value chain. In the packaging industry in particular, the majority of innovations come either from the cost side or from the end consumer. Nevertheless, the requirements of the legislator are also being recognised and implemented. As part of the European Union's Green Deal, the entire value chain is now to be brought into a more sustainable alignment, which requires unavoidable communication and joint development between the players in the packaging industry (packaging machine manufacturers, packaging material manufacturers, packaging recycling). In the theoretical part of this thesis, all relevant background information on the various directives, national legislation, the packaging industry, the plastics cycle and the different types of plastic is discussed. Based on the findings of the theoretical part, two hypotheses with associated sub-hypotheses are formulated, which are then answered in the practical part. In the practical section, a qualitative analysis of the annual and sustainability reports of the three largest companies from the three largest players in the packaging industry is carried out. The results of a quantitative survey of the same companies are then analysed. The aim is to analyse to what extent EU directives have an influence on innovation activities and how the communication of the companies compares to the implementation among the employees. The hypotheses for answering the questions posed in this thesis are tested and answered on the basis of the results of the practical section. Furthermore, six suggested actions for companies and legislators are derived in order to accelerate and improve the implementation and application of the EU directives in the packaging industry.

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Metadaten
Author(s):Niklas Gabriel Dominick
DOI:https://doi.org/10.58023/1165
Subtitle (German):Am Beispiel der deutschen Verpackungsindustrie mit einem Schwerpunkt auf Kunststoffverpackungen
Referee:Stefan Kappaun, Michael Terler
Advisor:Stefan Kappaun
Document Type:Master's Thesis
Language:German
Year of Publication:2023
Publishing Institution:FH CAMPUS 02 (CAMPUS 02 Fachhochschule der Wirtschaft)
Granting Institution:FH CAMPUS 02 (CAMPUS 02 Fachhochschule der Wirtschaft)
Release Date:2025/07/15
GND Keyword:AbfallwirtschaftGND
Page Number:iii, 118
Institutes:Innovationsmanagement
Dewey Decimal Classification:6 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 65 Management, Öffentlichkeitsarbeit / 658 Allgemeines Management
BKL-Classification:58 Chemische Technik, Umwelttechnik, verschiedene Techno- / 58.53 Abfallwirtschaft
Open Access:ja
Licence (German):License LogoBundesgesetz über das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Kunst und über verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz)

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